Woelkis Rückkehr Hirte ohne Herde
Auf der Rückkehr von Kardinal Woelki, der in Köln die Amtsgeschäfte wieder aufgenommen hat, liegt kein Segen, meint unser Autor Mirko Weber.
Auf der Rückkehr von Kardinal Woelki, der in Köln die Amtsgeschäfte wieder aufgenommen hat, liegt kein Segen, meint unser Autor Mirko Weber.
Stuttgart - Unlängst ist in Köln ein mittlerweile 70-jähriger katholischer Priester zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden, gegen die er Revision eingelegt hat. Erwiesen ist gleichwohl, dass der Mann im Bistum gewissermaßen in Münchner Manier von anno 1980 weitergereicht worden war, obwohl jeweils grobe Vorwürfe gegen ihn bestanden.
Nun liegen die ersten Strafanzeigen Betroffener gegen hochrangige Kurienmänner in Verantwortung vor – wegen Beihilfe durch Unterlassung. Die Namen der Betroffenen sind seit der verschleppten Missbrauchsaufbereitung am Rhein nur allzu bekannt: Woelki, Heße, Schwaderlapp, Hofmann.
Kardinal Woelki, auf den viel – teilweise auch zu viel – allgemeiner katholischer Unmut projiziert wird, dürfte nach der päpstlich verordneten Pause und dem angebotenen Rücktritt keinen wirklichen Neuanfang erleben. Ein Bischof, der in den Gemeinden nicht erwünscht ist, ist ein Hirte ohne Herde, da kann er sich mühen, wie er will. Obendrein hat der Weihbischof Rolf Steinhäuser in Woelkis Abwesenheit demonstriert, dass (und wie) es auch anders gehen kann in der katholischen Kirche: menschlich, einfühlsam, ehrlich. Auf Woelkis Rückkehr liegt kein Segen.