Woelkis Rückkehr Hirte ohne Herde

Der umstrittene Kardinal Woelki ist zurück, jedenfalls vorerst. Foto: imago images/Christoph Hardt

Auf der Rückkehr von Kardinal Woelki, der in Köln die Amtsgeschäfte wieder aufgenommen hat, liegt kein Segen, meint unser Autor Mirko Weber.

Stuttgart - Unlängst ist in Köln ein mittlerweile 70-jähriger katholischer Priester zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden, gegen die er Revision eingelegt hat. Erwiesen ist gleichwohl, dass der Mann im Bistum gewissermaßen in Münchner Manier von anno 1980 weitergereicht worden war, obwohl jeweils grobe Vorwürfe gegen ihn bestanden.

 

Die Namen sind immer dieselben

Nun liegen die ersten Strafanzeigen Betroffener gegen hochrangige Kurienmänner in Verantwortung vor – wegen Beihilfe durch Unterlassung. Die Namen der Betroffenen sind seit der verschleppten Missbrauchsaufbereitung am Rhein nur allzu bekannt: Woelki, Heße, Schwaderlapp, Hofmann.

Es ginge auch menschlicher

Kardinal Woelki, auf den viel – teilweise auch zu viel – allgemeiner katholischer Unmut projiziert wird, dürfte nach der päpstlich verordneten Pause und dem angebotenen Rücktritt keinen wirklichen Neuanfang erleben. Ein Bischof, der in den Gemeinden nicht erwünscht ist, ist ein Hirte ohne Herde, da kann er sich mühen, wie er will. Obendrein hat der Weihbischof Rolf Steinhäuser in Woelkis Abwesenheit demonstriert, dass (und wie) es auch anders gehen kann in der katholischen Kirche: menschlich, einfühlsam, ehrlich. Auf Woelkis Rückkehr liegt kein Segen.

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