Wohin fließt das Geld 2024? Mönsheim hält sich trotz 45-Millionen-Geldsegen bei Investitionen zurück

Die Ortsmitte von Mönsheim soll neu gestaltet werden. Im Haushalt für 2024 sind dafür 200 000 Euro vorgesehen. Foto: Simon Granville

Mönsheim erwartet 45 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen. Die Investitionen für 2024 fallen dennoch überschaubar aus.

Mehr als 50 Millionen Euro an Einnahmen, davon allein 45 Millionen Gewerbesteuer: Der Haushaltsplan von Mönsheim für das Jahr 2024 kann sich sehen lassen. Bei den Ausgaben will die Gemeinde aber nicht übermütig werden – schließlich sind gerade die Gewerbesteuereinnahmen immer Vorauszahlungen.

 

Läuft es bei den Unternehmen doch schlechter als erwartet, muss die Gemeinde das Geld anteilig wieder zurückzahlen. Außerdem gilt: Wer mehr einnimmt, muss künftig auch höhere Umlagen an Land und Kreis bezahlen. Allein die Gewerbesteuerumlage, die Mönsheim entrichten muss, steigt von 2,1 Millionen Euro (2023) auf fast 4,8 Millionen. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer lagen 2023 noch bei rund 20 Millionen.

Die Kämmerei wie auch der Gemeinderat übten sich daher in Zurückhaltung, was ungeplante Ausgaben angeht. Das Investitionsvolumen für 2024 liegt trotz der hohen Einnahmen bei nur knapp 3,6 Millionen Euro. Deutlich mehr allerdings als noch 2023, damals waren es 2,3 Millionen. Wie bereits in den Vorberatungen festgelegt, werden die größten Summen in die Sanierung des Feuerwehrmagazins (rund 400 000 Euro), in den Radweglückenschluss (500 000 Euro), in die Ortskernsanierung (200 000 Euro) sowie diverse Straßensanierungen und Grunderwerb fließen. Weiter steigend sind die Personalkosten. Innerhalb von zehn Jahren sind die Ausgaben um rund eine Million Euro angestiegen.

Mit gesundem Menschenverstand rangehen

Der gute Haushalt dürfe „keine Begehrlichkeiten wecken“, warnte Norman Freiherr von Gaisberg, Sprecher der Freien Wählergemeinschaft Mönsheim, und wandte sich dabei auch an den neuen Gemeinderat. „Man kann sich durchaus mal etwas gönnen, aber man muss mit gesundem Menschenverstand rangehen.“ Schließlich gebe es genügend Beispiele aus anderen Kommunen, die ebenfalls hohe Rücklagen hatten, „und nach wenigen Jahren war das Geld weg“, ergänzte Hans Kuhnle von der Unabhängigen Bürgerliste Mönsheim (UBLM).

Dennoch sollte man überlegen, wenn sich die hohen Einnahmen als verlässlich erweisen, über Steuersenkungen nachzudenken, so Kuhnle. Der Gemeinderat hatte einst die Grundsteuerhebesätze erhöht für die Finanzierung des Hochwasserschutzes am Paulinensee. „Vorschlagen wollen wir, dass die Grundsteuererhöhung wieder überprüft wird.“ Für den Paulinensee hatte die Gemeinde sogar einen Kredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro aufgenommen. Wenn die Finanzsituation sich wie geplant weiterentwickelt, kann aus Sicht des Kämmerers Andreas Scheytt eine Tilgung des Darlehens bis zum Jahr 2027 erfolgen.

Kinderbetreuung im Blick behalten

Weitere Themen, die aus Sicht der UBLM im Blick behalten werden sollten, sind unter anderem das Rückhaltebecken Richtung Wimsheim und zusätzliche Kapazitäten in der Kinderbetreuung, aber auch „kleinere“ Vorhaben wie die Erneuerung von geschädigten Grünbereichen im Ort und Projekte des Arbeitskreises für ein barrierefreies Mönsheim. Einiges davon hat die Gemeinde bereits auf dem Schirm. Andreas Scheytt gewährte einen Blick auf zukünftige Projekte und Ausgaben: So sind für mögliche zusätzliche Kinderbetreuungsangebote ab 2025 2,5 Millionen Euro vorgesehen. Ein weiteres Rückhaltebecken im Bereich Lerchenhof soll 2026/2027 angelegt werden.

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