Wohn- und Gewerbefläche in Hausen Neubaugebiet liegt auf Eis
Weil der Stadt wollte den Ortsteil Hausen mit Gewerbe- und Wohnfläche erweitern. Jetzt steht fest: Vorerst wird aus dem Vorhaben nichts.
Weil der Stadt wollte den Ortsteil Hausen mit Gewerbe- und Wohnfläche erweitern. Jetzt steht fest: Vorerst wird aus dem Vorhaben nichts.
Eine der bisher denkwürdigsten Einwohnerversammlungen in Weil der Stadt war wohl jene im Oktober 2022 im Ortsteil Hausen: Herbe Kritik hatte es damals aus der Bürgerschaft gehagelt, für ein Projekt, dass – so lautete es zumindest aus dem Rathaus – dringend notwendig gewesen wäre, um die Gewerbesteuereinnahmen der Keplerstadt aufzubessern. Bei Hausen, dem kleinsten Teilort von Weil der Stadt, liegt eine der wenigen Flächen, die für Gewerbeentwicklung überhaupt noch in Frage kommen. Ein Mischgebiet aus Wohn- und Gewerbefläche, rund zehn Hektar groß, sollte hier entstehen.
Heute, etwas mehr als zwei Jahre später, ist klar: Mit dieser Erweiterung wird es wohl erst einmal nichts. Die Stadt hat beschlossen, das Projekt zumindest vorerst zurückzustellen. Grund für diese Entscheidung sind Gespräche mit den Eigentümern der Ackerflächen, die einige entscheidende, zentrale Grundstücke wohl nicht an die Stadt abtreten wollten. Bürgermeister Walter spricht von einer „übersichtlichen oder nicht vorhandenen Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer.“ Damit ist nicht nur das Mischgebiet vorerst nicht möglich – auch bei einer reinen Wohngebietsentwicklung würden die Inhaber laut Stadtverwaltung nicht mitziehen.
Den Wunsch nach einem neuen Wohngebiet gibt es in Hausen schon länger. Seit 2022 hatte die Stadtverwaltung aber wiederholt betont, dass man eine solche Siedlungserweiterung nur in Kombination mit Gewerbeflächen priorisieren könne. Eben diese Mischform hatte aber insbesondere eine Bürgerinitiative abgelehnt, die nach eigenen Angaben mehrere hundert Unterschriften gegen ein Mischgebiet gesammelt hatte. Wohnen ja, Gewerbe nein, hieß es seitens der Initiative damals. „Das hat einen gewissen Widerhall in Hausen erzeugt“, so Bürgermeister Christian Walter. Als Argument gegen die Gewerbeentwicklung nannten die Aktiven vor zwei Jahren auch eine hohe verkehrliche Belastung des kleinen Ortes.
Laut Verwaltung ist der Ortsrand in Hausen derweil nur eine von zwei Flächen, auf denen die Entwicklung von Gewerbe überhaupt noch möglich wäre. Das zweite Gebiet in Merklingen sei allerdings „bauplanrechtlich etwas schwieriger“, so Walter. Fokussiert hatte man sich also auf Hausen.
Wegen des Gegenwinds, der sich angesichts der Pläne in Hausen geregt hatte, landete 2023 eine abgespeckte Variante des Vorhabens im Gemeinderat: Nur noch 3,5 Hektar groß war die angedachte Gewerbefläche nun, für die Stadt ein Zeichen des Entgegenkommens. Selbst damit ist man bei den Gesprächen mit den Eigentümern aber wohl nicht auf offene Ohren gestoßen.
Die Stadtverwaltung will sich nun erst einmal großen Bauvorhaben widmen, nennt dabei etwa das Neubaugebiet Häugern-Nord oder das Areal des ehemaligen Bürgerheims, das derzeit noch als Geflüchtetenunterkunft dient. Ganz aus der Welt soll die Ortsrandentwicklung von Hausen aber nicht sein. „Das wird nicht bis auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben“, sagt Walter. „Mittelfristig wird man das wieder prüfen.“ Er nennt das Ende des Jahrzehnts als groben Zeitrahmen.
Aus den Reihen der Gemeinderäte wird derweil auch die ein oder andere Spitze in Richtung der Bürgerinitiative laut, die sich gegen das Vorhaben in Hausen aufgelehnt hatte – erfolgreich, wie sich jetzt zeigt. „Kommune kommt von Communis“, so Michael Hofbauer (CDU). „Das scheinen manche Bürger zu vergessen. So kann eine Kommune auf Dauer nicht funktionieren.“