Wohnbau in Leonberg Schadstoffe im Erdreich: Böse Überraschung für großes Baugebiet

, aktualisiert am 10.12.2025 - 16:10 Uhr
Die Skateranlage muss weichen. Hier im Stadtpark in der Berliner Straße ist Wohnraum geplant. Foto: Simon Granville

Die Entwicklung eines neuen Quartiers in der Berliner Straße in Leonberg mit 123 Wohnungen kommt voran. Doch nach einem aktuellen Gutachten sind Probleme und Mehrkosten zu erwarten.

Die Stadt Leonberg treibt die Entwicklung des neuen Wohngebiets an der Berliner Straße weiter voran. In dem neuen Quartier sollen 123 Wohneinheiten entstehen. Bei der Verteilung der unterschiedlichen Wohnformen strebt die Stadt eigenen Angaben nach eine gute Mischung der zukünftigen Bewohner, ihrer Bedürfnisse, den passenden Angeboten und resultierenden Eigentumsverhältnissen an. Die geförderten Sozialmietwohnungen sind deshalb auch Bestandteil aller vier Gebäude. 40 Wohnungen (30,5 Prozent) sind als bezahlbarer Wohnraum beziehungsweise Sozialmietwohnungen vorgesehen.

 

Im laufenden Jahr standen vor allem die Verhandlungen über den städtebaulichen Vertrag sowie die Erschließungs- und Entwässerungsplanung im Fokus. Der Bebauungsplan befindet sich in der Ausarbeitung. Eine Vorstellung der Eckpunkte ist für das erste Quartal 2026 geplant. Im jüngsten Planungsausschuss haben die Stadträte als Empfehlung für die anstehende Gemeinderatssitzung am 16. Dezember finanziellen Anpassungen zugestimmt. Für das Jahr 2026 müssen zusätzlich 360 000 Euro in den Haushalt aufgenommen werden. Die Investitionen steigen damit auf rund 2,36 Millionen Euro. Für 2027 veranschlagt die Stadt einen weiteren Mehrbedarf von etwa 2,5 Millionen Euro, das Volumen wächst damit auf etwa 4,6 Millionen Euro an.

Im Boden schlummernbelastete Materialien

Ein neues Bodengutachten dürfte neue Probleme mit sich bringen: Im Plangebiet liegen belastete Materialien. Diese Altlasten, die im Investorenauswahlverfahren noch nicht bekannt waren, erhöhen das finanzielle Risiko für den Investor beträchtlich. Damit die Wohnbebauung und die geplante sechsgruppige Kita dennoch realisiert werden können, strebt die Stadt eine Kostenbeteiligung an. Alle Maßnahmen erfolgen im Sanierungsgebiet Stadtpark/Reiterstadion und sind damit vollständig förderfähig – Bund und Land übernehmen jeweils zusammen 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

Für die geplante Quartiersentwicklung liegen die zentralen Eckpunkte der Kostenverteilung vor. Besonders ins Gewicht fallen die Ausgaben für die Entsorgung des Bodenaushubs, die im Jahr 2026 ansteht: Im schlechtesten Fall geht die Stadt von Mehrkosten in Höhe von bis zu 1,4 Millionen Euro aus. Davon übernimmt die Stadt Leonberg 900 000 Euro, wovon 540 000 Euro über Fördermittel gedeckt werden sollen. Der Investor trage dann 500 000 Euro.

Skateanlage muss weichen

Ebenfalls 2026 soll die bestehende Skateranlage dem künftigen Wohngebiet weichen. Der Abbruch schlägt insgesamt mit etwa eine Million zu Buche. Etwa 400 000 Euro entfallen auf den Rückbau, weitere 609 000 Euro auf notwendige Bodenanalysen und die Deponierung des Materials. Diese Kosten übernimmt vollständig die Stadt, die auch hier mit einem Zuschuss von 60 Prozent rechnet.

Die Erschließung des Areals mit Straße und Fußwegen ist für die Jahre 2027 bis 2028 geplant. Die Gesamtkosten von 884 000 Euro werden nach einem festen Schlüssel aufgeteilt: 25 Prozent beziehungsweise rund 221 000 Euro trägt die Stadt – inklusive eines Förderzuschusses von etwa 57 200 Euro – während der Investor 75 Prozent übernimmt. Die endgültige Fertigstellung der Straßenoberfläche ist für 2028 vorgesehen.

Für das neue Quartier soll zudem ein hochwertiger Spielplatz entstehen, dessen Baukosten auf rund 430 000 Euro geschätzt werden. Die Stadt übernimmt 60 Prozent der Summe, die vollständig förderfähig sind. Somit rechnet die Verwaltung mit einem Eigenanteil in Höhe von etwa 103 000 Euro.

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