Großbrand in Oberriexingen Firmenchef: „Du siehst, wie sich ein Teil deines Lebenswerks in Luft auflöst“

Die Halle in Oberriexingen stand in Flammen – wie hoch ist der Schaden wirklich: 1,6 Millionen oder eher 2,5 Millionen Euro? Foto: Ron Keller

Der Schaden geht in die Millionen – wenige Tage nach dem Brand bei der Wohnbau Oberriexingen (Kreis Ludwigsburg) ist nicht klar, wie viel die Versicherung zahlt.

Ludwigsburg: Oliver von Schaewen (ole)

Kim Hasenhündl wirkt drei Tage nach dem verheerenden Brand in seinem Betrieb äußerlich gefasst. Er sitzt im Besprechungszimmer der Wohnbau Oberriexingen, deren Geschäftsführer er ist. Neben ihm sein Bruder Stefan, Leiter der Laserschneiderei – auch er beklagt den Verlust der Halle, die seit dem Großbrand am Freitagnachmittag einsturzgefährdet ist und wohl abgerissen werden muss. Geschätzter Schaden bisher: 1,6 Millionen Euro. Ein Tiefschlag, den die beiden Brüder erst mal verarbeiten müssen.

 

Entdeckt habe den Brand ein Mitarbeiter um kurz vor 16 Uhr, erzählt Kim Hasenhündl. „Uns war schnell klar, dass wir ihn nicht selbst löschen können.“ Die Sicherheit ging vor: „Wir haben gesehen, dass kein Mitarbeiter mehr drin war.“ Ohnehin hielten sich in der Laserschneiderei sonst immer nur maximal zwei bis drei Mitarbeiter auf. Trotzdem habe der Anblick des Brandes ihn geschockt: „Du siehst, wie sich ein Teil deines Lebenswerks in Luft auflöst.“

Die genaue Schätzung des Schadens nehmen Gutachter vor. Foto: Ron Keller

Die Feuerwehr sei schnell gekommen. Kim Hasenhündl ist heilfroh, dass die Einsatzkräfte den Brand zeitig unter Kontrolle brachten. „Sie haben das toll gemacht – vor allem haben sie verhindert, dass das Feuer auf unsere umliegenden Gebäude übergreifen konnte.“ Auch die Nachbarn hätten sich solidarisch gezeigt und mitgeholfen. „Es war klasse, dass der Getränkehändler und der Bäcker Verpflegung brachten.“ Der Einsatz habe immerhin mehr als sechs Stunden bis etwa 22.30 Uhr gedauert.

Ungewissheit über Brandursache und Versicherungsschutz

Wie der Brand zustande kam, vermögen Kim und Stefan Hasenhündl nicht zu beurteilen. Sie rechnen mit einem technischen Defekt. „Wir wissen es letztlich nicht“, sagt Kim Hasenhündl. Gutachter müssten das jetzt genauer feststellen. Die Unsicherheit, ob der Millionenschaden in möglichst weiten Teilen ersetzt wird, schwinge jetzt mit.

Die beiden Brüder gehen von einem Schaden von 2,5 Millionen Euro aus und nicht von den 1,6 Millionen Euro, die von der Polizei bisher in den Raum gestellt worden seien. „Es zeigt sich erst immer im Schadensfall, wie gut man versichert ist“, sagt Kim Hasenhündl, der sich als Bauunternehmer schon allein aus beruflichen Gründen in dem Metier auskennt.

Die Laserschneiderei, in der das Feuer wütete, dient dem Lagern und Zuschneiden von Bauhölzern. Vier Lasermaschinen seien zerstört worden, außerdem gelagertes Material und natürlich das Gebäude, erklärt Stefan Hasenhündl. Glück im Unglück: Partnerbetriebe in Lüneburg und Enzberg erklärten sich bereit, Aufträge zu übernehmen. Für die Wohnbau Oberriexingen ergebe sich keine Beeinträchtigung, da deren größere Holzarbeiten in Abbundzentren geleistet würden.

„Keine Einschränkungen: Bauaufträge laufen weiter“

Die Botschaft, alle Bauaufträge könnten weiter erfüllt werden, ist Kim Hasenhündl wichtig. „Wir haben unsere Sachen weitgehend an den Baustellen – es gibt deshalb aktuell keine Einschränkungen.“ Trotzdem wolle er die Halle wieder aufbauen: „Wir brauchen sie für unsere Abläufe.“

Bei dem Großbrand waren insgesamt rund 140 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Polizei geht bislang wie die Eigentümer von einem technischen Defekt als Brandursache aus. Im Internet danken die Hasenhündls noch einmal allen Helfern: „Dieser Zusammenhalt im Ort hat uns wirklich berührt – und zeigt einmal mehr, wie wichtig Gemeinschaft ist und was sie bewirken kann.“

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