Wohnen in Stuttgart-Feuerbach Lärm, Müll und Drogen auf dem Feuerbacher Balkon

Von Torsten Ströbele 

Die Situation in dem Wohngebiet ärgert besorgte Bürger. Sie haben sich an Polizei und Stadt gewendet.

Jürgen Kaiser hat Bezirksvorsteherin Andrea Klöber  mehr als 100 Unterschriften übergeben. Die Anwohner wünschen sich dringend Hilfe von der Stadtverwaltung. Foto: Torsten Ströbele
Jürgen Kaiser hat Bezirksvorsteherin Andrea Klöber mehr als 100 Unterschriften übergeben. Die Anwohner wünschen sich dringend Hilfe von der Stadtverwaltung. Foto: Torsten Ströbele

Stuttgart-Feuerbach - Die Bewohner des Gebiets Feuerbacher Balkon sind besorgt. Auf ihrem zentralen Platz mitten im Wohnquartier finden in jüngster Zeit vermehrt Feierlichkeiten statt. „Junge Leute treffen sich hier abends gerne, um vorzuglühen“, sagt Jürgen Kaiser, der für die Bewohner als Ansprechpartner fungiert und regelmäßig einen Newsletter mit den aktuellen Themen des Wohnquartiers verschickt.

Wenn der Alkohol fließt, wird es auch laut und letztendlich bleibt der Müll zurück, wenn die Jugendlichen dann den Platz endlich verlassen, um in der Stuttgarter Innenstadt weiterzufeiern. „Früher haben sich diese Szenen etwas weiter unten an der Stadtbahn-Haltestelle Föhrich abgespielt. Jetzt hat sich das nach oben zu uns verlagert“, sagt Kaiser. „Leider geht es nicht nur um Lärm und Müll, sondern auch um Drogenkonsum.“ Er beobachte schon lange, dass an der Haltestelle auch mal Marihuana konsumiert werde. „Es hat schon öfter dort sehr süßlich gerochen“, erzählt Kaiser. Doch nun, wo sich die Szene nach oben verlagert hat, habe man nicht nur ausgedrückte Haschischzigaretten im Wohnquartier gefunden, sondern auch Spritzen. „Wir haben sofort die Polizei verständigt.“

Im Polizeipräsidium Stuttgart ist das Problem bekannt. „Wir haben Hinweise bekommen und kontrollieren regelmäßig dort“, heißt es in der Pressestelle. Ab und zu erwische man auch jemanden. „Der Platz ist aber kein ausgewiesener Drogenschwerpunkt.“ Das beruhigt die Bewohner nur bedingt. „Auch Drogenkuriere auf dem Fahrrad wurden schon gesichtet. Die Sitzbänke und das Gebüsch sind Depots“, schreibt Kaiser in seinem Newsletter und bittet die Anwohner um Mithilfe: „Wenn jemand etwas Auffälliges sieht, bitte sofort die ,110‘ anrufen und das Beobachtete melden. Lamentieren über den Zustand des Feuerbacher Balkons hilft nicht. Die Polizisten am Telefon können mit der Situation umgehen, sie einschätzen und haben auch sofort den Überblick, welcher Streifenwagen in der Nähe und frei ist.“

Doch das allein soll es noch nicht gewesen sein. Jürgen Kaiser hat weitere Forderungen an die Stadtverwaltung formuliert. Mehr als 100 Anwohner des Feuerbacher Balkons unterstützen die Aktion mit ihrer Unterschrift. Gefordert werden eine regelmäßige Reinigung des Platzes, das Aufstellen von Mülleimern, eine regelmäßige Polizeipräsenz und eine verstärkte Tätigkeit der mobilen Sozialarbeit.

Die Unterschriftenlisten hat Jürgen Kaiser vor wenigen Tagen an Bezirksvorsteherin Andrea Klöber überreicht. „Ich werde gerne mit dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft sprechen – wegen der Mülleimer“, verspricht Klöber. Zudem werde sie mit dem Feuerbacher Polizeirevier Kontakt aufnehmen und auch das Amt für Öffentliche Ordnung informieren. „Ich hoffe, dass die Situation schnell verbessert werden kann.“




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