Wohnen in Waldenbuch Tauziehen um den Eingang zur Altstadt – Lösung rückt näher

In Waldenbuch wird seit vielen Jahren um die Neubebauung in der Nürtinger Straße 11 und 15 gestritten. Foto: Stefanie Schlecht

Waldenbuchs Gemeinderat hat eine Planungsvariante festgelegt, nach der ein Bebauungsplan für das Gebiet Nürtinger Straße/Lange Steige ausgearbeitet werden soll.

Was lange währt ... geht auch mal voran. Schon im Jahr 2018 stand die Neubebauung an der Nürtinger Straße 11 und 15/Lange Steige auf der Tagesordnung des Gemeinderats von Waldenbuch. Nun hat selbiger – mit zwei Gegenstimmen – grünes Licht für die Ausarbeitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans gegeben. Die Verwaltung wurde zudem beauftragt, eine Vereinbarung zur Kostenübernahme des Bebauungsplanverfahrens mit dem Investor Ozean Horizont vorzubereiten.

 

Das aktuelle städtebauliche Konzept der OH-Projektentwickler sieht für das Areal vier Mehrfamilienhäuser vor mit insgesamt 27 Wohneinheiten und 36 Pkw-Stellplätzen, davon 29 in der Tiefgarage und sieben außen. Eine überarbeitete Fassung: Bereits im September 2025 hatte der Gemeinderat darüber beraten und Änderungen gefordert. Unter anderem wurden im Plan für „Haus B“ zwei sehr kleine Dachwohnungen zu einer großen Wohneinheit zusammengefasst, die Stellplatzfläche vor der Tiefgarage an der Nürtinger verringert sowie die Begrünung entlang der Wohngebäude erweitert. Auch die Firsthöhe von „Haus C“ wurde, wie gewünscht, reduziert.

Änderungswünsche im Gemeinderat

Für manche Gemeinderäte war das noch nicht genug. Sie regten in der Sitzung Ende Januar erneut an, die Firsthöhe von Haus C etwas weiter zu reduzieren, gegebenenfalls auch Dachgauben einzubeziehen. Wirke doch der Komplex sonst zu wuchtig. Hintergrund: Für das Sanierungsgebiet ist auch eine entsprechende Genehmigung nötig, es liegt im Geltungsbereich „Erweiterter Altstadtkern“. Das Ziel sei, so betonte Bürgermeister Chris Nathan einmal mehr, mit innerstädtischem, qualitätsvollem Wohnen den Eingang zur Altstadt aufzuwerten.

Mit dieser „Visitenkarte am Ortseingang“ hatte sein Vorgänger Michael Lutz im Sommer 2018 eine Niederlage eingefahren. Er hatte im Sinne einer städtebaulichen Neuordnung einen Bebauungsplan zwischen Nürtinger Straße, Echterdinger Straße, der Langen Steige und dem Treppenaufgang zum Kalkofen vorgeschlagen, um verlässliche Planungsgrundlagen mit einem Bezug zur benachbarten Altstadt zu schaffen. Doch sieben von 18 Räten stimmten damals mit Nein, sechs enthielten sich der Stimme. War doch parallel zum Beschlussvorschlag des Bürgermeisters den Räten eine Bauvoranfrage der Eigentümer ins Haus geflattert, über die es zügig zu entscheiden galt. Und so stieß die Aussicht, das zeitraubende Prozedere eines Bebauungsplanverfahrens durchzuführen, nicht allenthalben auf Gegenliebe.

Diskutiert wurde immerhin über „gewisse Regeln“, die sicherstellen sollten, dass der Komplex nicht „zu massiv und klotzig“ gebaut werden würde. Ein halbes Jahr danach, genauer am 18. Dezember 2018, beschloss der Gemeinderat dann den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Nürtinger Straße Nord“.

Etliche Punkte gilt es noch zu klären

Zurück in die Gegenwart, da müssen noch einige Themen mit dem Investor abgestimmt werden, etwa die Gehwegbreiten, Hangsicherung, Müllentsorgung und wasserrechtliche Vorschriften, auch Fachgutachten müssten aktualisiert und erneuert werden. Das Verfahren, so heißt es bei der Verwaltung, werde vom Planungsbüro Baldauf Architekten und Stadtplaner begleitet.

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