Wohnmobile auf der CMT Mit Hightech geht es zurück zur Natur

Schier unüberschaubar ist das Angebot der Aussteller. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Ob Dachzelt fürs Auto oder rollendes Smart-Home – so viel Camping war noch nie auf der Stuttgarter Tourismusmesse CMT.

Stuttgart - Schon die Namen klingen nach Freiheit und Abenteuer – Nomade, Abenteurer und Entdecker hat Peter Buchner die Modelle seiner Bumo-Reihe genannt. Die Offroad-Reisemobile sind ein Hingucker auf der Galerie in Halle 1 auf der Touristikmesse CMT und heben sich mit ihrer Holzoptik von den üblichen Fahrzeugen ab. Die Dämmung besteht aus Holz- und Schafwolle – sie nimmt Feuchtigkeit gut auf und sorgt für Luftaustausch und ein gesundes Raumklima. „Die Leute sollen sich unterwegs zuhause fühlen und dabei von Highendtechnik profitieren“, sagt Peter Buchner.

 

Der Bumo hat eine Solaranlage auf dem Dach und eine Regen-Auffangvorrichtung mit Filtersystem. Damit lässt es sich auch fernab von Campingplätzen autark leben. Buchner und seine Frau Birgit Dinkel-Buchner leben seit einem Jahr im Modell Nomade auf einem „eigenen Stückle“.

Wohnmobil mit ausfahrbarer Terrasse

Die Nähe zur Natur spiegelt sich auch im Innenraum wider: Die Wände sind aus Zirbe – ein Holz, das angenehm durftet und die Herzfrequenz senken soll. Der Holzofen in der kleinen Küchenzeile zum Kochen und Heizen passt zum rustikalen Flair – es kann aber auch auf einem Gas- und Induktionsherd gebrutzelt werden. Zwei Besonderheiten findet man im Bad: zum einen eine Trenntoilette, und wenn man das Waschbecken wegklappt kommt eine Schiefertapete zum Vorschein und einer Dusche steht nichts im Wege. Ein besonderes Bonbon ist die ausfahrbare Terrasse, die sich beim Nomaden über die ganze Fahrzeuglänge erstreckt und Wohnkomfort auf einer Ebene ermöglicht. Die Sache hat ihren Preis: das Modell Nomade gibt es ab 200 000 Euro, den Entdecker ab 130 000 Euro. Und wer ein deutlich kleineres Budget hat, kann ab 40 000 Euro die Bumo-Box zum Selbstausbauen haben.

Gleich um die Ecke haben Puristen ihre Freude: dort ist die Welt der Dachzelte. Die gibt es für SUVs und Minis, für Skandinavien und die Alpen und den Badesee ums Eck. Denn das Dachzelt benötigt keinen gesonderten Stellplatz und vermittelt durch die erhobene Position das Gefühl, vor Insekten und anderem Getier sicher zu sein. Innerhalb weniger Minuten lassen sich auch die Modelle von „dtboutdoor“ auf der Beletage aufbauen. Eine Teleskopleiter sorgt dafür, dass man sicher nach oben kommt. Neu im Programm ist auch die Kochbox aus Edelstahl, in der sich nicht nur eine Miniküche, sondern auch ein Tisch verbirgt.

Überhaupt: so viel Camping gab es auf der CMT noch nie. 75 000 Quadratmeter Fläche belegt dieser Bereich auf der Touristikmesse. Die Halle 10 steht dabei komplett im Zeichen des Vanlifes. Wer einen Bus sucht oder seinen Bus selbst günstig mit Modulmöbeln zum Campingfahrzeug umfunktionieren will, wird hier fündig bei Anbietern wie SpaceCamper, Terracamper oder Kompanja. Austauschen und informieren kann man sich vor allem im „Vans and Friends“-Wohnzimmer, bei dem man sich bei Vorträgen und Diskussion zum Thema Reisen und Fahrzeuge informieren kann.

Unabhängig von externen Stromquellen

Die Van-Sparte des jungen Unternehmens Camp-Line ist nicht nur gasfrei, sondern bietet ein besonderes Raumgefühl, das in den Varianten Business, Lounge und Individual ab 30 000 Euro angeboten wird. 260 bis 400 Amperestunden Energie packt Camp-Line in das Fahrzeug und dank der Fotovoltaikanalage auf dem Dach ist man bis zu vier Tagen autark, wenn die Sonne scheint. Der Camper gleicht einem mobilen Smart-Home, in dem sich Heizung, Wohnraumlicht oder die Kühlbox durch einen Bordcomputer oder per App steuern lassen. Dazu gibt es ein passendes Soundsystem in der entsprechenden Preisklasse.

Das Thema Elektromobilität ist auch im Caravaning angekommen. Gleich am Messeeingang präsentiert Dethleffs als einziger Massenhersteller den Wohnwagen-Prototyp e.home Coco und hat mit dem Globevan e.Hybrid auf Basis des Ford Transit auch den bislang einzigen Plug-in-Camper im Angebot, der bis zu 50 Kilometer rein elektrisch fahren kann. Preis: von 75 000 Euro an aufwärts.

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