Wohnoffensive Fellbach Wohnbaugesellschaft vor Veränderungen

Auch öffentliche Parkhäuser (hier die Einfahrt in die Rathaushaus-Tiefgarage) werden von der Wohn- und Dienstleistungsgesellschaft betreut. Foto: Eva Schäfer

Für OB Gabriele Zull ist die Wohn- und Dienstleistungsgesellschaft Fellbach „den Kinderschuhen entwachsen“. Geschäftsführerin Jacqueline Möller verlässt die WDF allerdings im kommenden Frühjahr.

Fellbach - Schon gleich zu Beginn ihrer Amtszeit im November 2016 hat Oberbürgermeisterin Gabriele Zull die sogenannte Wohnoffensive 2020 auf die Fellbacher Agenda gesetzt. Ein Bestandteil des Konzepts war die Etablierung einer Wohnbaugesellschaft. Im Januar 2018 ging die Wohnungs- und Dienstleistungsgesellschaft Fellbach mbH (WDF) dann an den Start.

 

Die WDF ist am Markt etabliert

Als Co-Geschäftsführerin wurde einige Monate später Jacqueline Möller der Öffentlichkeit präsentiert. Doch jetzt steht die 48-Jährige kurz vor dem Absprung. Im April bricht sie zu neuen beruflichen Ufern auf – wegen eines äußerst reizvollen neuen Jobs, ja eines unwiderstehlichen Angebots, das ihr offeriert wurde, wie eine Mitteilung der Stadt offenbart.

Möller geht somit erkennbar ohne Groll und mit ruhigem Gewissen. Denn nach der Anfangsphase sieht sie die Wohnbaugesellschaft gut gerüstet. Gegründet wurde die WDF zur Unterstützung der Wohnbauoffensive und zur Professionalisierung der Verwaltung des städtischen Wohn- und Parkraums. Für die Führung einer solchen Gesellschaft „braucht es Profis“, hieß es bei der Vorstellungsrunde im Juni 2018 in den Stadtwerken Fellbach, und „Jacqueline Möller ist ein echter Profi“.

In den folgenden knapp zweieinhalb Jahren übernahm die Gesellschaft unter der gemeinsamen Geschäftsführung von Jacqueline Möller und Gerhard Ammon mehr als 500 Wohnungen sowie die städtischen Parkhäuser, stemmte erste Sanierungen, vermietete neugebaute Wohnungen im Auftrag der Stadt und kümmerte sich um die Unterbringung von Geflüchteten sowie Wohnsitzlosen. Inzwischen ist die WDF „am Markt etabliert“, so die Einschätzung der Verantwortlichen auf dem Rathaus.

Das Aufgabenspektrum der WDF ist nicht an bestimmte Wohnformen gebunden

Der Aufbau begann unter dem Dach der Stadtwerke Fellbach, deren Geschäftsführer Gerhard Ammon auch hier in die Verantwortung ging. Der Aufbau der WDF als „Schwesterunternehmen“ der Stadtwerke war bewusst gewählt worden, um den Start des Unternehmens zu erleichtern. Ab Mitte 2018 war mit der Co-Geschäftsführerin Jacqueline Möller dann auch die erhoffte ausgewiesene Immobilienfachfrau an Bord.

Das Aufgabenspektrum der WDF ist nicht an bestimmte Wohnformen gebunden. Vielmehr kann sie alle Aufgaben eines Wohnungsunternehmens – vom Bau über den Betrieb bis zur Vermietung und andere Dienstleistungen – für alle Arten von Bauobjekten übernehmen. Wie bei vielen anderen kommunalen Wohnungsunternehmen liegt ihr Kernauftrag darin, für eine sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung breiter Bevölkerungsschichten zu sorgen.

Nach der abgeschlossenen Aufbauphase zeichnen sich jetzt personelle und organisatorische Änderungen ab. Für OB Zull, zugleich WDF-Aufsichtsratsvorsitzende, hat Jacqueline Möller in den vergangenen zweieinhalb Jahren als Geschäftsführerin die WDF von Grund auf strategisch und operativ mit aufgebaut und strukturiert: „Nachdem die Aufbauarbeit der WDF erledigt ist und das Unternehmen auf festen Füßen steht und zukunftsorientiert ausgerichtet wurde, möchte sich Frau Möller einer neuen, großen beruflichen Herausforderung, welche an sie herangetragen wurde, zuwenden.“ Diesem Wunsch habe die WDF entsprochen, Jacqueline Möller wird das Unternehmen zum Ablauf des 31. März 2021 verlassen. Zull: „Die WDF und die Stadt Fellbach danken Frau Möller für die geleistete Tätigkeit.“

Künftig soll es allerdings keine Doppelspitze mehr geben

Ein Wohnungsunternehmen in so kurzer Zeit gut aufzustellen, sei keine einfache Aufgabe und verlange einen starken Einsatz, stellte die Oberbürgermeisterin ergänzend fest. Jacqueline Möller habe die Anfangsjahre der Wohn- und Dienstleistungsgesellschaft Fellbach entscheidend mitgeprägt, sagte die OB.

Nach Einschätzung der Chefetage im Rathaus ist die WDF somit erfolgreich gestartet und den „Kinderschuhen“ entwachsen. Künftig soll es allerdings keine Doppelspitze mehr geben. Vielmehr wird eine Alleingeschäftsführerin oder ein Alleingeschäftsführer an der Unternehmensspitze angepeilt. Wobei allerdings zunächst Gerhard Ammon die Gesellschaft weiterführen wird.

„Wir freuen uns, dass Gerhard Ammon uns weiter unterstützt und hilfreich zur Seite steht“, betonte die Aufsichtsratsvorsitzende Zull. Dies sei angesichts seiner weitreichenden anderen Verpflichtungen keine Selbstverständlichkeit. „Wir wissen, dass dies für ihn eine zusätzliche Herausforderung ist, doch seine Erfahrung gibt uns die notwendige Kontinuität und Stabilität, um den Übergang gut abzuschließen“, ist die Oberbürgermeisterin überzeugt. Gerhard Ammon hat sich auch bereit erklärt, die künftige Geschäftsführung der WDF weiterhin eng zu begleiten. Die strategische Partnerschaft zwischen der WDF und den Stadtwerken soll auch künftig ausdrücklich erhalten bleiben.

Um adäquaten Ersatz für Jacqueline Möller zu finden, setzt man in Rathaus auf eine Top-Agentur. Beauftragt wurde das renommierte Unternehmen Zfm (Zentrum für Management und Personalberatung mit Sitz in Bonn), das sich deutschlandweit auf die Suche begibt. Der neuen Geschäftsführung obliegt dann der weitere planmäßige Ausbau der WDF, unter anderem durch die Gründung einer eigenen Bauabteilung. Gabriele Zull jedenfalls ist überzeugt: „Unser städtisches Wohnungsunternehmen hat damit auch langfristig eine sehr gute Perspektive.“

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