Wohnprojekt im Steckfeld Mehr Raum für Familien

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Die Verwaltung erörtert bei der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats einen Bebauungsplan für den Stadtteil Steckfeld. Er soll es dem Siedlungswerk und der Baugenossenschaft Luginsland ermöglichen, ein Wohnquartier mit einem Pflegeheim zu bauen.

An der Karlshofstraße soll künftig eine fünfgeschossige Bebauung möglich sein. Foto: Eveline Blohmer
An der Karlshofstraße soll künftig eine fünfgeschossige Bebauung möglich sein. Foto: Eveline Blohmer

Steckfeld - Die Verwaltung hat einiges vor im Steckfeld. Oder präziser ausgedrückt, sie will mit einem Bebauungsplan die Bedingungen schaffen, dass andere ihre Ziele umsetzen können. Susanne Frucht und Kornelia Kerber vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung skizierten bei der jüngsten Sitzung der Plieninger und Birkacher Bezirksbeiräte, wie sich mit Unterstützung der Verwaltung der Stadtteil verändern könnte. Ziel ist es, der Baugenossenschaft Luginsland und dem Siedlungswerk zu ermöglichen, seinen Wohnungsbestand nördlich und südlich der Steckfeldstraße weiterzuentwickeln.

Dabei soll ein Wohnquartier mit einer Pflegeeinrichtung entstehen, das vieles umsetzen soll, was Herzen moderner Stadtplaner höher schlagen lässt. Das Ziel sei eine Neubebauung, die ein „Neues Wohnen“ zulässt. Unter „Neuem Wohnen“ wird eine sozial durchmischte Nutzung verstanden. Das heißt, Menschen aller Altersgruppen sollen das Wohnquartier beziehen, insbesondere aber Familien. So heißt es in einer Beschlussvorlage der Verwaltung, die im November dem städtischen Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) vorgelegt wird. Außerdem sollen in dem Quartier 48 Pflegeplätze entstehen und circa 25 betreute Wohnungen. Die Familien sollen in insgesamt 90 Miet- und Eigentumswohnungen Platz finden. Außerdem ist ein Quartiersplatz geplant, an dem es auch einen Gemeinschaftsraum geben soll.

Keine Kosten für die Stadt

Der Bau eines Pflegeheims ist im Zusammenhang mit dem Vorhaben des Siedlungswerks und der katholischen Kirche zu sehen, auf dem Grundstück der Palotti-Kirche in Birkach Wohnungen zu bauen. Die Stadt stimmte dem Projekt zu, machte dem Siedlungswerk aber eine Vorgabe. Damit die bestehende Gemeindebedarfsfläche auf dem Areal der Palotti-Kirche aufgegeben werden kann, muss das Siedlungswerk zum Ausgleich im Steckfeld neben Wohnungen auch ein Pflegeheim errichten. Unter dieser Voraussetzung hatte der UTA und auch der Bezirksbeirat für Plieningen und Birkach im Oktober 2014 dem Abriss der Palotti-Kirche zugestimmt. So soll es laut Planungen des Siedlungswerks und der gleichfalls in Steckfeld präsenten Baugenossenschaft Luginsland nun auch kommen. Die Kosten für die anstehenden Investitionen werden die beiden Wohnungsunternehmen selbst tragen. Der Stadt sollen keine Kosten entstehen.

Bis allerdings die ersten Bagger anrollen, um alte Gebäude abzureißen und Platz für die neuen Wohnungen zu schaffen, dürfte noch einige Zeit vergehen. Kornelia Kerber vom Stadtplanungsamt machte deutlich, dass das Vorhaben zeitlich ganz am Anfang stünde. „Das ganze Verfahren zur Genehmigung könnte noch zwei Jahre dauern. Im Moment geht es erst einmal um den Aufstellungsbeschluss“, sagt sie.

Bürger sollen angehört werden

Sollte dieser vom UTA im November erteilt werden, stünden noch eine Reihe von Schritten an, in denen auch die Bedenken der Anwohner geprüft werden, versprach Kornelia Kerber.

Einige Bezirksbeiräte äußerten in der Aussprache Bedenken, die nicht direkt mit dem Vorhaben in Steckfeld zu tun hatten, sondern auf das im Zusammenhang stehende Projekt auf dem Areal der Palotti-Kirche Bezug nahmen. Kritisiert wurden die vorgesehenen sechsgeschossigen Häuser auf dem Gelände. Der Bezirksbeirat hatte in der Vergangenheit eine Begrenzung auf vier Geschosse an der Aulendorfer Straße und zwei Geschosse am Wiesengrund gefordert. Anna Ventouri, Bezirksbeirätin der Freien Wähler und Vorsitzende von Birkach Aktiv, brachte in die Sitzung eine Petition mit 730 Unterschriften mit, in der Stadt und Siedlungswerk dafür kritisiert werden.

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