Wohnraum für Geflüchtete Neue Flüchtlingsunterkunft im Renninger Vereinsdorf

Im Renninger Vereinsdorf werden demnächst Containerwohnanlagen errichtet, die Wohnraum für bis zu 58 Menschen mit Fluchtgeschichte bieten. Foto: Simon Granville

Rund 2,4 Millionen Euro werden bereitgestellt, um im Renninger Vereinsdorf Containerwohnanlagen für Menschen mit Fluchterfahrung zu errichten. Die Gebäude sind auch nachhaltig nutzbar für die Vereine.

Ein weiterer Baustein, um in Renningen die Wohnraumkapazitäten für Menschen mit Fluchterfahrung zu erhöhen, ist auf den Weg gebracht worden. Mit einer Enthaltung hat der Gemeinderat beschlossen, die Lieferung und Montage von Wohncontainern im Vereinsdorf an ein Unternehmen aus Neu-Isenburg zu vergeben.

 

Insgesamt sieben Firmen hatten bis zum Submissionstermin am 9. September ihre Angebote abgegeben. Dabei hatten die Firmen aber stark voneinander abweichende Kosten in Aussicht gestellt. Gegenüber der Kostenberechnung von 1,8 Millionen Euro lagen Angebote vor, die diesen Betrag um bis zu knapp 70 Prozent überstiegen.

Verzögerungen am Festplatz

Das finanziell lukrativste Angebot machte eine Firma aus dem hessischen Neu-Isenburg, die bislang noch nie für die Stadt Renningen tätig gewesen ist, mit einer Summe von 1,945 Millionen Euro. Insgesamt stellt die Stadt im Haushalt des kommenden Jahres 2,4 Millionen Euro für die Containeranlage im Vereinsdorf bereit. „Die Firma hat sehr gute Referenzen vorweisen können“, betont Bürgermeister Wolfgang Faißt. „Wir hoffen, dass es mit dieser Vergabe unkomplizierter und unproblematischer als an anderer Stelle laufen wird.“ Damit spricht der Ende November aus dem Amt scheidende Rathauschef die Containerwohnanlage auf dem Festplatz an. Dort habe der vorbeugende Brandschutz lange Zeit das größte Hindernis für die Fertigstellung dargestellt. Die Container sind hier bereits aufgebaut, aber noch nicht bezugsfertig. Nun gehe es hier aber gut voran, sodass diese Wohnanlage für Flüchtlinge endlich fertiggestellt werden kann. 28 Zimmer sind in der Containeranlage auf dem Festplatz vorgesehen, die Platz für maximal 84 Personen bieten. Die Bauzeit für die Containeranlage im Vereinsdorf wird schätzungsweise sechs Monate betragen. Bis zu 58 Personen können hier in 20 Zimmern zur Wohnnutzung leben.

Spätere Nutzbarkeit für Vereine

Voraussichtlich im Juni 2025 können die Räumlichkeiten bezogen werden. Die Vereine im Vereinsdorf sind zu einem Besprechungsabend am 5. November eingeladen, bei dem das Projekt genauer vorgestellt wird. Denn das Besondere an den Containeranlagen ist, dass eine nachhaltige Nutzung eingeplant worden ist. Sollten die Container nicht mehr zur Beherbergung von Menschen mit Fluchthintergrund gebraucht werden, könnten sie durch einfache Maßnahmen recht schnell umgebaut und so dann für die Vereine nutzbar gemacht werden.

Aus Sicht der Renninger Verwaltung ist es immens wichtig, nun neue Unterbringungsmöglichkeiten auf den Weg gebracht zu haben. Neben den Containerwohnanlagen im Vereinsdorf und am Festplatz steht auch der Bau eines Mehrfamilienhauses in der Voithstraße, das von Menschen mit Fluchtgeschichte bewohnt werden soll, vor der Fertigstellung. Im zweiten Quartal 2025 sollen hier die Bauarbeiten beendet sein.

Renningen im Rückstand

Denn Bürgermeister Faißt sagt: „Wir brauchen diese Plätze so schnell wie möglich. Das Landratsamt drängt, denn wir sind im Rückstand, was die Aufnahme von Menschen mit Fluchterfahrung anbelangt. Wenn wir diese Einrichtungen fertig haben, sieht es wieder gut aus. Dann haben wir einen Puffer.“

Langfristig will Faißt den Festplatz wieder als solchen nutzen können. Doch er betont: „Wir brauchen diese Einrichtungen jetzt, um zu vermeiden, dass eine unserer Sporthallen für die Unterbringung herangezogen wird. Das wäre für unsere Vereine und unsere Schulen die allerschlechteste Lösung, aber auch für die Flüchtlinge selbst nicht gut.“ Zusätzlich werde die Stadt weiter Wohnungen und Häuser kaufen, um die Menschen möglichst dezentral unterbringen zu können. Denn das stelle bessere Rahmenbedingungen für eine gelungene Integration dar.

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