Wohnraum für Waiblingen Instone Real Estate plant 240 Wohnungen an historischem Standort in der Stadt

Das rund 1,3 Hektar große Gelände liegt zwischen dem Bahnhof und der Waiblinger Stadtmitte. Foto: Hähnig | Gemmeke Architekten und Stadtplaner Partnerschaft mbB

In Bahnhofs- und Zentrumsnähe sollen in Waiblingen rund 240 Wohnungen entstehen. Gebaut wird auf einem Gelände mit interessanter Geschichte.

Wo Karl Oppenländer einst seine „Fabrik feiner Holzwaren“ in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) betrieb, plant der Investor Instone Real Estate nun den Bau von rund 240 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Die Firma mit Hauptsitz in Essen will dazu ein rund 1,3 Hektar großes Grundstück zwischen der Oppenländerstraße und der Bahnhofstraße bebauen.

 

Die Zeiten, zu denen Karl Oppenländer & Söhne in Waiblingen beliebte Kleinmöbel wie beispielsweise den OPAL-Servierwagen oder Stumme Diener produzierten, sind längst vorbei. Zuletzt nutzte die Diakonie Stetten das Gelände als einen Standort für die Remstal Werkstätten. In mehreren Gebäuden waren ab Mitte der 1980er Jahre Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen untergebracht, beispielsweise eine Töpferwerkstatt, die Kreative Werkstatt und die Handweberei.

Bereits vor mehr als zehn Jahren hatte die Diakonie Stetten eine Wiese, die zwischen den Häusern erhalten geblieben war, an eine Wohnbaufirma verkauft, die dort rund 90 Wohnungen erstellte. Die Werkstattgebäude wurden weiter genutzt, allerdings war klar, dass die Diakonie Stetten die Immobilie früher oder später abstoßen und ihre Werkstätten nach anderswo verlagern würde, weil sie viel Geld hätte investieren müssen, um die betagten Gebäude fit für die Zukunft zu machen.

Neuer Bildungscampus ebnet Weg für Wohnbau in Waiblingen

Die Remstal Werkstätten sind ins Gebiet Ameisenbühl umgezogen (Archivbild). Foto: Gottfried Stoppel

Vor einem knappen Jahr wurde im Waiblinger Gewerbegebiet Ameisenbühl der neue Bildungscampus eingeweiht, der als neuer Standort für die Remstal Werkstätten und das Berufsbildungswerk (BBW) dient. Der Weg ist also frei für eine neue Nutzung des Geländes in der Oppenländerstraße. Die Firma Instone Reals Estate plant dort vier- bis fünfgeschossige Wohnhäuser in Punktform und L-Form. Entlang der Oppenländerstraße soll ein Gebäuderiegel entstehen, der zwei grüne Innenhöfe abschirmt. Die denkmalgeschützte Fabrikantenvilla in der Bahnhofstraße 51 gegenüber des Kinos Traumpalast bleibt als Wohngebäude erhalten.

Direkt daneben soll ein Haus entstehen, das neben Wohnungen im Erdgeschoss einen Treffpunkt in Form eines Cafés mit Freisitz für die Bewohner und die Nachbarschaft bietet. Die Dächer der Gebäude werden begrünt und mit Photovoltaikanlagen bestückt. Für Autos sind zwei Tiefgaragen vorgesehen, die über die Oppenländer Straße angefahren werden. Die Pläne fanden im Planungsausschuss viel Zustimmung.

Uneins waren die Räte darüber, ob der Stellplatzschlüssel – wie vom Bauherrn angeregt – reduziert werden sollte oder nicht. Während etwa Urs Abelein (SPD) angesichts der zentralen Lage des Quartiers für einen reduzierten Stellplatzschlüssel plädierte und anmerkte, dass ein hoher Schlüssel die Kosten für den Wohnungsbau in die Höhe treibe, sprachen sich Peter Abele (CDU) und Hans Albrecht (FDP) dagegen aus, weil sie einen erhöhten Parkdruck im Gebiet befürchten.

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