Eines der ehrgeizigsten Umnutzungsvorhaben in Stuttgart biegt auf die Zielgerade. Die stadteigene Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) hat damit begonnen, die im Bettenhaus des ehemaligen Bürgerhospitals neu entstandenen Wohnungen zu vermarkten. In dem gut 100 Meter langen Gebäude in Stuttgart-Nord, in dem einst Patienten behandelt worden sind, sind 137 Wohnungen entstanden.
Der Zufallsgenerator entscheidet
„Seit vergangenem Freitag sind die Wohnungsangebote für das ehemalige Bettenhaus an der Tunzhofer Straße veröffentlicht“, sagt die SWSG-Sprecherin Saskia Bodemer-Stachelski. Bei der Vermarktung setzt das kommunale Wohnbauunternehmen auf die gängigen Portale im Internet. Wer sich dort für eine Wohnung interessiert, muss auf das Wohlwollen der Technik setzen. Nach der üblichen Dankesfloskel für das Interesse heißt es in einer automatisierten E-Mail: „Im nächsten Schritt werden über einen Zufallsgenerator Interessenten ausgewählt und zur Besichtigung eingeladen“. Die Technik nutze man schon länger und mache dies auch auf der Firmenwebseite transparent, erklärt Bodemer-Stachelski. Dort heißt es: „Somit stellen wir bei der Vielzahl an Interessenten maximale Fairness sicher.“
Vor allem Zwei-Zimmer-Wohnungen im Angebot
Auf dem ehemaligen Krankenhausareal sind in einem ersten Schritt rund 9290 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche in Ein- bis Vierzimmerwohnungen entstanden. Das Gros bilden dabei die 108 Zwei-Zimmer-Wohnungen. 134 Wohnungen sind durch die öffentliche Hand gefördert. Die drei frei finanzierten Wohnungen befinden sich auf dem Dach des Gebäudes – große Terrasse und einen Blick über die Stadt inklusive.
Areal wird weiter bebaut
Mit dem Bezug des umgebauten Bettenhauses ist die Entwicklung des Areals noch nicht abgeschlossen. Entlang der Gäubahngleise entstehen in einem weiteren Bauabschnitt zusätzlich 85 öffentlich geförderte Wohnungen. Der Gebäuderiegel entlang der Wolframstraße wird aufgestockt und an der Einmündung der Tunzhoferstraße ist ein Neubau mit zwölf Appartements geplant.