Wohnungsbau im Stuttgarter Norden Planung für gemischtes Wohnquartier nimmt Fahrt auf

Von Eva Funke 

Bei einer gemeinsamen Sitzungen stimmten Bezirksbeiräte Feuerbach und Stuttgart Nord einer Änderung des Bebauungsplans für ein nein neues Wohnquartier zu.

Mit ihrem Entwurf   haben Ackermann und Raff den Wettbewerb gewonnen. Foto: Eva Funke
Mit ihrem Entwurf haben Ackermann und Raff den Wettbewerb gewonnen. Foto: Eva Funke

S-Nord/Stuttgart-Feuerbach - Sobald das DRK-Seniorenzentrum Haus auf dem Killesberg an der Lenbachstraße im Stuttgarter Norden an der Grenze zu Feuerbach abgerissen ist, soll auf rund 1,5 Hektar ein neues Wohnquartier entstehen. Dafür muss der Bebauungsplan, der aus den 1970er Jahren stammt, geändert werden. In der gemeinsamen Sitzung der Beiräte aus Feuerbach und Stuttgart-Nord am vergangenen Montag im Rathaus haben Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Siedlungswerk und das Amt für Stadtplanung und Wohnen die Pläne für das Mehrgenerationenprojekt nochmals vorgestellt: In einem ersten Bauabschnitt entsteht unter Regie des DRK-Kreisverbands ein neues Pflegeheim mit rund 45 stationären Pflegeplätzen, 45 Pflegewohnungen für Menschen, die ambulant versorgt werden können, fünf betreuten Wohnungen, 15 Plätzen in der Tagespflege und einer Begegnungsstätte. In den Neubau können die derzeitigen Bewohner des Hauses auf dem Killesberg ziehen. Nachdem dann das Haus auf dem Killesberg abgerissen ist, baut das Siedlungswerk in einem zweiten Bauabschnitt einen Komplex mit rund 110 Wohnungen für Familien und betreutes Wohnen plus Kita mit drei Gruppen. Von den rund 160 Wohnungen in den zwei Bauabschnitten werden 74 öffentlich gefördert. Baustart soll im kommenden Sommer, Bauende 2025 sein.

Eigentumsverhältnisse müssen geklärt werden

Der Entwurf für das Projekt stammt vom Architekturbüro Ackermann und Raff mit Sitz in Stuttgart und Tübingen. Vorgesehen sind drei- bis viergeschossige Gebäude. „Das Areal kann barrierefrei erschlossen werden. Der Blick aus allen Wohnungen fällt auf den Killesberg oder auf Feuerbach“, sagte der Geschäftsführer Alexander Lange und räumte auf Nachfrage der Bezirksbeiräte ein, dass die Fassadengestaltung „weiterentwickelt“ werden müsse.

Jürgen Klaffke (die FrAKTION, S-Nord) forderte einen Beschluss darüber, dass der Bebauungsplan der Ansiedlung von Geschäften für die Nahversorgung nicht im Weg stehen dürfe und erkundigte sich nach der CO2- Bilanz. Marc Schmidt (Grüne, S-Nord) kritisierte, dass die nächste Bushaltestelle mit 700 Metern viel zu weit weg von dem Neubaugebiet sei. Deshalb forderte Jürgen Gert Reichert (FDP, Feuerbach), auf die SSB einzuwirken, damit eine Kleinbuslinie für die künftigen 350 Bewohner eingerichtet werde.

Alexander Kentsch, Prokurist beim Siedlungswerk, versicherte, dass sein Unternehmen ein Energiekonzept vorlegen werde, das zum Standort passe, und man auch in Sachen Elektromobilität innovativ denke. Der DRK-Kreisgeschäftsführer Frieder Frischlingwies darauf hin, dass Gespräche mit der SSB über eine Buslinie bisher gescheitert seien, hofft aber, dass durch die vielen neuen Bewohner „was passiert“.

Nicht geklärt sind die Eigentumsverhältnisse hinsichtlich der Grundstücke. Das Areal gehört der Stadt und wurde im Erbbaurecht ans DRK vergeben. Fürs DRK soll der Erbbaurechtsvertrag angepasst werden. Das Areal, das das Siedlungswerk für seine Pläne benötigt, soll ans Siedlungswerk verkauft werden. Dazu muss der Erbbaurechtsvertrag aber aufgehoben werden. Das sei Sache der Kollegen vom Liegenschaftsamt, erklärte der Stadtplaner Uwe Braunschweiger. Der Änderung des Bebauungsplans stimmten beide Bezirksbeiräte ausnahmslos zu – mit der Ergänzung, dass die Eigentumsverhältnisse für die Grundstücke zu klären sind.

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