Wohnungsbau in Stuttgart Höchstens Bündnis für Sanierung

In Stuttgart mangelt es an bezahlbarem Wohnraum. Foto: Imago//juniart

20 000 neue Wohnungen bis 2033 sind illusorisch. Aber es gibt noch genügend andere Baustellen, meint Jörg Nauke.

Der Chefstratege im Stuttgarter Rathaus, Martin Körner, plant die Wiederbelebung des Bündnisses für Wohnen mit Immobilienunternehmen. Die städtischen Listen weisen weiter eine hohe Zahl bebaubarer Flächen aus, so dass man auch ohne das Rosensteinviertel 1800 neue Wohnungen im Jahr erstellen könnte. Allerdings wurde dieses Ziel bekanntlich bereits weit verfehlt, als die Zinsen und die Inflation geringer waren als heute. Auf mittlere Sicht dürfte deshalb vor allem die kommunale SWSG in Stuttgart in den Mietwohnungsbau investieren; sie benötigt dafür allerdings auch 200 Millionen Euro Hilfe von der Stadt.

 

Es darf bezweifelt werden, dass Martin Körner die privaten Bündnispartner mit der Möglichkeit, städtische Grundstücke zu erwerben, über Gebühr für Investitionen begeistern können wird. Womöglich kann das günstigere modulare Bauen in der Krise einen Schub bekommen. Auf jeden Fall bietet das Bündnis Chancen für die energetische Modernisierung des Wohnungsbestands. Und es ist sinnvoll, endlich Hand ans komplizierte Planungsrecht zu legen und sich das Baurechtsamt vorzunehmen, das mangels Mitarbeitern, ordentlicher Arbeitsplätze und digitaler Mindestausstattung selbst wie eine Großbaustelle wirkt.

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