Wohnungsbau in Stuttgart Letztes Puzzleteil für den neuen Hallschlag

Architekt Thomas Schüler stellt den Siegerentwurf für das neue Quartier am Hallschlag in Bad Cannstatt vor. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Architekt Thomas Schüler stellt den Siegerentwurf für das neue Quartier am Hallschlag in Bad Cannstatt vor. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Sieger für das SWSG-Projekt an der Düsseldorfer/Bottroper Straße, Thomas Schüler, hat auch schon den Schafhaus-Wettbewerb gewonnen.

Lokales: Jürgen Brand (and)
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Stuttgart - Genau 319 Wohnungen in mehrgeschossigen Flachdachgebäuden mit Innenhöfen, eine Quartierstiefgarage, ein Nachbarschaftsplatz, viel Grün - das sind die Kernelemente des Siegerentwurfs im städtebaulichen Wettbewerb für das Quartier Düsseldorfer / Bottroper Straße. Die Jury des von der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) ausgeschriebenen Wettbewerbs hat sich mit großer Mehrheit für den Entwurf des Düsseldorfer Büros Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner mit faktorgruen Landschaftsarchitekten aus Freiburg entschieden.

Hallschlag ist seit 15 Jahren Sanierungsgebiet

Der Hallschlag ist seit 15 Jahren Sanierungsgebiet. Seitdem ist aus einem Stadtteil mit großen sozialen Problemen und einem schlechten Ruf fast schon ein Vorzeigestadtteil geworden, oder wie es der Technische Geschäftsführer der SWSG, Helmuth Caesar, ausdrückt, ein „hochattraktives Quartier für breite Schichten der Bevölkerung”. Der Bereich Düsseldorfer / Bottroper Straße ist das letzte große Puzzleteil, das zur Komplettierung des Gebiets noch fehlt.

In dem Areal mit einem Gartenstadt-Charakter gibt es zurzeit 114 Wohnungen in Gebäuden, die nach Meinung der Stadtverwaltung nicht mehr den zeitgemäßen Standards entsprechen, egal ob bei Statik, Heizungstechnik sowie Wärme- und Schallschutz. Anfang März hatte der Gemeinderat den Wettbewerb für das Gebiet gebilligt, trotz Protesten der Stuttgarter Mieterinitiativen. Sie befürchten eine Mietpreiserhöhung von jetzt 7,50 Euro kalt auf dann mehr als 10 Euro pro Quadratmeter in den Neubauten.

Es sollen „bezahlbare“ Wohnungen entstehen

Ziel des Wettbewerbs war ein städtebaulicher Entwurf für rund 300 bezahlbare, zum Teil geförderte Wohnungen auf der Fläche, ein Familienzentrum, Möglichkeiten für betreutes Wohnen, gewerbliche Nutzungen und ein Mobilitätskonzept. 18 Architekturbüros nahmen teil.

Im Siegerentwurf sind 319 Wohnungen zum Teil in Winkel-Gebäuden vorgesehen. Wo diese Gebäude mit offenen Durchgängen zu einem Rechteck gegeneinander gesetzt sind, bilden sie Innenhöfe mit Nutzungsmöglichkeiten. „Das Leben im öffentlichen Stadtraum ist uns wichtig”, sagte Thomas Schüler in der Pressekonferenz nach der Jury-Entscheidung am Donnerstag. Ziel sei es gewesen, etwas zu schaffen, das sich mit dem öffentlichen Raum vernetzt.

Der Baubeginn ist im Jahr 2023

Das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs bildet die Grundlage für das erforderliche Bebauungsplanverfahren, das in der Regel mindestens zwei Jahre lang dauert. Die SWSG würde gerne im Jahr 2023 mit den Bauarbeiten beginnen. Die neuen Gebäude sollen spätestens 2026 bezugsfertig sein.




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