Wohnungsbau in Stuttgart-Plieningen Eine neue Mitte fürs Steckfeld

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Siedlungsbau und Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland wollen ihren Wohnungsbestand im Steckfeld nachverdichten. Es werden 120 Wohnungen gebaut, zudem ein Pflegeheim mit 48 Plätzen und Raum für betreutes Wohnen.

Norbert Tobisch (Siedlungswerk), Christian Taufenbach (Element A Architekten), Silke Waldmann-Eboni (Architekten Kist, Waldmann und Partner), Andreas Knoke (Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland), Peter Pätzold (Baubürgermeister) und Jürgen Dittrich (Pasodi) mit den Entwürfen für das neue Wohnquartier im Steckfeld. Foto: Sandra Hintermayr
Norbert Tobisch (Siedlungswerk), Christian Taufenbach (Element A Architekten), Silke Waldmann-Eboni (Architekten Kist, Waldmann und Partner), Andreas Knoke (Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland), Peter Pätzold (Baubürgermeister) und Jürgen Dittrich (Pasodi) mit den Entwürfen für das neue Wohnquartier im Steckfeld. Foto: Sandra Hintermayr

Plieningen - Das Wohngebiet zwischen Karlshofstraße und Steinwaldstraße soll eine neue Mitte bekommen. Nördlich und südlich der Steckfeldstraße ist ein Wohnquartier für Menschen aller Altersgruppen geplant, für junge Familien ebenso wie für ältere Mitbürger. Neben Eigentums- und geförderten Wohnungen soll ein Wohnheim realisiert werden mit 48 Plätzen für die stationäre Pflege und mehreren Einheiten für betreutes Wohnen. Insgesamt 120 Wohnungen sind im neuen Quartier vorgesehen, verteilt auf 8800 Quadratmeter Wohnfläche und neun Gebäude.

Das Wohngebiet im Steckfeld, welches in den 50er- und 60er-Jahren entstanden ist, befindet sich im Bestand des Siedlungswerks und der Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland, die zusammen für die Nachverdichtung einen Architektenwettbewerb ausgelobt haben. Für die Gemeinschaft im Quartier sollen Räume und Plätze entstehen, die von allen genutzt werden können. „Es soll das Herz der Anlage werden“, sagt Eckart Rosenberger, der Vorsitzende des Preisgerichts, über die Anforderungen an das Quartier.

Raum für Nachbarschaft und Begegnung

„Die Aufgabenstellung ist nicht einfach“, sagt der Baubürgermeister Peter Pätzold. Die Bandbreite an Vorschlägen, die die 15 Architekturbüros einreichten, sei deswegen überraschend gewesen. „Das ist Qualität, die überzeugt“, sagt Pätzold. „Für die Umsetzung haben wir sehr gute Architekten an der Hand.“ Das Architektenbüro Element A aus Heidelberg und die Architektengruppe Kist, Waldmann und Partner aus Stuttgart konnten mit ihren Entwürfen überzeugen und werden nun das neue Quartier gemeinsam gestalten.

„Der Gemeinschaftsplatz ist in nördliche Richtung zur Steckfeldstraße hin geöffnet, zudem ist die Freiflächenplanung sehr überzeugend“, lobt Rosenberger die Siegerentwürfe. „Der gemeinschaftlich nutzbare Bereich wird sich in der Mitte des neuen Quartiers befinden“, sagt Norbert Tobisch, einer der Geschäftsführer des Siedlungswerks. Die neue soziale Mitte sei eine „zukunftsweisende Idee“. „Hier ist Raum für Nachbarschaft und Begegnung“, so Tobisch.

Die Bewohner des Quartiers sollen jeden Alters sein. „Wir möchten eine soziale Durchmischung, insbesondere jungen Familien möchten wir eine Chance auf ein Eigenheim bieten“, sagt Tobisch. Auch Studenten sollen bezahlbaren Wohnraum finden. Für die ältere Bevölkerung werde gleichzeitig ein gutes Wohn- und Betreuungsangebot geschaffen. Die Pflegeeinrichtung soll 25 Wohnungen für betreutes Wohnen bekommen, dazu soll es über 48 stationäre Pflegeplätze verfügen. Betreiber des Heims werden die Paritätischen Sozialdienste (Pasodi). „Uns gefällt, dass Familien, Studenten und ältere Menschen zusammen in diesem Quartier leben werden“, sagt Jürgen Dittrich, der Geschäftsführer von Pasodi. „Es wird von Anfang an Begegnungsmöglichkeiten geben, die Nachbarschaft wird einbezogen in unser Konzept.“ Andreas Knoke, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland, findet den Entwurf „hervorragend gelungen“. „Aufzüge und barrierearme Wohnungen ermöglichen ein lebenslanges Leben im Quartier“, sagt Knoke.

Baubeginn des 30-Millionen-Euro-Projekts frühestens 2018

Läuft alles wie gewünscht, könnte bereits 2018 mit dem Bau des neuen Quartiers begonnen werden. So lange wird es vermutlich dauern, bis der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Allerdings wird bereits jetzt weiter am Quartier gearbeitet. „Wir steigen sofort in die Hochbauplanung ein, damit wir so früh wie möglich bauen können, wenn der Satzungsbeschluss steht“, sagt Tobisch. Bis 2018 müssen einige Bewohner, deren Häuser abgerissen werden für die Neubauten, umgesiedelt werden. „Idealerweise innerhalb unseres Bestands“, sagt Knoke.

Geschätzt 30 Millionen Euro werden Siedlungswerk und Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland in das neue Wohnquartier investieren, genaue Zahlen lassen sich allerdings noch nicht nennen.

Entwürfe: Die Arbeiten der Preisträger des Architektenwettbewerbs für das neue Wohnquartier im Steckfeld werden von Dienstag, 12. April, bis Donnerstag, 21. April, im Bezirksrathaus Plieningen, Filderhauptstraße 155, ausgestellt.

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