Wohnungsbau Stuttgart ist vielen Bauherren zu teuer

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In Stuttgart neue Wohnungen zu bauen und diese dann zu erschwinglichen Preisen zu vermieten, das ist vielen Investoren zu teuer. Ein Grund dafür seien vor allem die teuren Grundstückspreise in der Stadt.

Die Landes-Bau-Genossenschaft plant an der Friedhofstraße im Norden  ein Zehnfamilienhaus anstelle der beiden ehemaligen Gärtnereihäuser (Bildmitte). Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die Landes-Bau-Genossenschaft plant an der Friedhofstraße im Norden ein Zehnfamilienhaus anstelle der beiden ehemaligen Gärtnereihäuser (Bildmitte). Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Neue Wohnungen in Stuttgart zu bauen und diese anschließend günstig zu vermieten, das ist zurzeit nicht möglich. Zu diesem Schluss kommt die überwiegende Mehrheit der Bauträger – egal, ob es sich um ehemals gemeinnützige Genossenschaften oder um private Investoren handelt. Als einer der Hauptgründe werden die hohen Grundstückspreise in der Stadt genannt. Um dieser Entwicklung zu begegnen, wird die Verwaltung am Dienstag die Vorlage für einen Grundsatzbeschluss in den Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats einbringen. Demnach soll der Preis beim Verkauf städtischer Flächen künftig nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

„Wir wollen in unseren Neubauten bei der Miete unter zehn Euro pro Quadratmeter bleiben“, erklärt Josef Vogel, der Geschäftsführende Vorstand der Landes-Bau-Genossenschaft (LBG). Für den Erstbezug einer neugebauten Wohnung sei das für Stuttgarter Verhältnisse günstig. „Wir sind bei unseren Projekten auch mit einer für unsere Branche geringen Rendite von ein bis drei Prozent zufrieden“, fügt Vogel an. Doch der LBG-Vorstand sagt auch: „Wenn wir das Grundstück für ein Bauprojekt in Stuttgart erst noch kaufen müssten, könnten wir die Wohnungen im Anschluss nicht für zehn Euro je Quadratmeter vermieten.“

Bauträger kritisieren ausufernde Bauvorschriften

Die neuesten Zahlen zum Grundstücksmarkt für das Jahr 2014 legt der Gutachterausschuss, ein ehrenamtlich besetztes und unabhängiges Gremien, am Dienstag vor. Im Jahr 2013 sind laut dem Ausschuss zum Beispiel für Geschosswohnungsbaugrundstücke je nach Lage und Zustand zwischen 580 und 1680 Euro je Quadratmeter gezahlt worden.

Die LBG hat rund 5500 Wohnungen in ihrem Bestand – 2500 davon in Stuttgart. Die durchschnittliche Miete der LBG-Wohnungen in der Stadt liegt bei 6,32 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: eine Wohnung mit einer Fläche von 30 bis 40 Quadratmetern kostet laut aktuellem Mietspiegel derzeit 9,85 Euro pro Quadratmeter – dabei handelt es sich jedoch nicht um die Kategorie Neubau.

Die LBG hat aktuell zehn Neubauprojekte geplant. Nur zwei davon werden auf der Markung der Landeshauptstadt realisiert – ein Zehnfamilienhaus an der Friedhofstraße im Stuttgarter Norden und ein 14-Familienhaus in Degerloch. „Die Rahmenbedingungen außerhalb sind einfacher“, erklärt Vogel. Baugenehmigungen zu erhalten, bezeichnet er mit Blick auf die Bearbeitungszeiten der Stuttgarter Ämter als Hürdenlauf. „Im Umland gibt es weniger städtische Auflagen“, ergänzt Mathias Friko, ebenfalls Geschäftsführender Vorstand der LBG. Mit der Kritik an ihrer Meinung nach ausufernden Bauvorschriften beziehen sich die beiden etwa auf zusätzliche Energiesparverordnungen oder die Pflicht, eine konkrete Anzahl an Rad- und Auto-Abstellplätzen bereitstellen zu müssen. „Warum sind diese Vorgaben überall verbindlich, wenn wir in Stuttgart so wenig Platz haben?“, fragt Friko.

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