Wolfgang Haffner im Bix Cooler Jazz für Clubs, Lounges und TV-Serien
Der renommierte Jazzschlagzeuger Wolfgang Haffner hat mit einem erfrischenden Trio den Stuttgarter Jazzclub Bix verwirbelt.
Der renommierte Jazzschlagzeuger Wolfgang Haffner hat mit einem erfrischenden Trio den Stuttgarter Jazzclub Bix verwirbelt.
Stuttgart - Als wolle er jeden Schlag auskosten, so wirbelt Wolfgang Haffner im ausverkauften Stuttgarter Jazzclub Bix über Trommeln und Becken. Federnd und druckvoll hat der Mittfünfziger aus Franken stets den Groove im Blick, ob er nun vertrackte Jazztaktungen intoniert, sanften Swing, lateinamerikanische Polyrhythmen oder treibende funky Beats.
Auch seine Kabinettstückchen heben Haffner heraus: Er wechselt nach Belieben Takt und Gegentakt, moduliert ein Quietschen auf einem Becken, spielt mit fliegenden Stöcken komplexe Muster, dass einem schwindlig werden kann. Oft baut er Verzögerungen und Kunstpausen ein und zeigt dabei auch komödiantisch ein gutes Timing.
Haffner ist Stuttgart lange verbunden, hat mit Wolfgang Dauner und beim Jazzgipfel gespielt und später oft im Theaterhaus. Nun rückt er im Trio zwei junge Hochbegabte ins Rampenlicht: Mit dem Keyboarder Simon Oslender (23) ist Haffner auch bei Bill Evans & The Spy Killers zugange, der E-Bassist Thomas Stieger (35) hat schon mit Gregory Porter und Cory Wong musiziert. Die drei intonieren Stücke Haffners, und der hat ein Händchen für griffige Jazzstandard-Themen, die in Lounges ebenso passen wie in Fernsehserien.
Der Hammond-Spezialist Oslender breitet hier mit geschmackvollen Piano- und Synthesizer-Sounds eine klangliche Blumenwiese aus, auf der immer neue Blüten knospen. Stieger, der aus Breisach am Rhein stammt, erzeugt einen melodiösen Klangfluss, als wären die Basstöne eine Flüssigkeit, in die er Wellen und Wirbel zaubert. „Tres Hermanos“ heißt ein Stück, und das passt: Hier sind Brüder im Geiste am Werk und tauchen den Jazzclub in atemlose Spannung mit ihrem Ideenreichtum.
Das Publikum jubelt entsprechend laut, und Haffner scherzt: „Wir haben die Aussichtslosigkeit, hier ohne Zugabe rauszukommen, erkannt.“ Schelmisch grinsend erzählt er, wie er 2015 mit dem Album „Kind of Cool“ und dem Song „Hippie“ in den deutschen Popcharts zwischen Helene Fischer und Andrea Berg gelandet ist. Der üppige Zugabenblock endet besinnlich – und mit dem guten Gefühl, Musik so eindringlich erlebt zu haben, wie es nur live möglich ist.