Die Hundefamilie, die am Sonntag vor dem unteren Eingang des Ludwigsburger Tierheims in einer Transportbox abgestellt worden ist, hat sich lautstark bemerkbar gemacht. „Die haben so einen Lärm gemacht, bis jemand rauskam“, erzählt Tierheimleiterin Ursula Gericke.
Die Hunde seien in gutem Zustand: Die Mutter Indie habe glänzendes Fell, keine langen Krallen. Ihre acht Welpen – drei Rüden, fünf Hündinnen – seien zwei Wochen alt. „Das weiß man deshalb so genau, weil sie gerade ihre Augen öffnen“, erklärt Gericke. Das Alter der Hündin schätze man auf zwei bis drei Jahre. „Ein toller Hund, freundlich, anhänglich, geht super an der Leine und kommt direkt her.“ Wahrscheinlich sei ein Jagdhund drin, sie sehe aus wie eine Bracke, habe 18 Kilo. Sie bleibt nun mindestens für sechs Wochen bei ihren Welpen.
Vermittlung in der Ferienzeit
Auch wenn es grundsätzlich einfacher ist, Welpen zu vermitteln, wird auch das nicht ganz einfach werden. „Wir müssen schauen, was sie für Ansprüche haben“, sagt Gericke. „Wenn Jagdhund drin ist, brauchen sie viel Auslauf, eine gute Ausbildung und anfangs muss jemand ganztags zu Hause sein.“ Dazu komme, dass die langen Sommerferien anstehen, wenn sie im vermittelbaren Alter seien. „Aber wir werden sicher ein Zuhause finden.“
Weshalb legen Menschen die Tiere so häufig direkt vor dem Tierheim ab? „Ich vermute, jemand hat versucht, die Hunde loszuwerden, und wollte sich die Aufnahmegebühr sparen“, sagt Gericke. Die liege je nach Tierheim zwischen 150 und 300 Euro. „Wir haben das immer wieder, dass jemand die Tiere am Tierheim direkt anbindet. Es gibt kaum eine Tierart, die wir noch nicht draußen gefunden haben.“ Menschen würden häufig lieber mehrere hundert Kilometer fahren, anstatt bei einem Tierheim zu klingeln.
Wenn eine Box vor dem Eingang stehe, sei jeder Mitarbeiter schon darauf gepolt, direkt hineinzuschauen. „Das ist mir lieber, als sie einfach so ungeschützt auszusetzen“, sagt Gericke und denkt dabei an die Faltohrkatze, die mit ihren drei Kitten nur eine Woche zuvor vor dem Hintereingang abgelegt wurde. „Dass wir die gefunden haben, ist großes Glück. Der nächste Fuchs oder Mäusebussard wär gekommen und die konnte man pflücken wie Äpfel vom Baum – völlig regungslos, was sehr ungewöhnlich ist für Katzen“, sagt Gericke. Die Tierschutzorganisation Peta hat in diesem Fall eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt.