Woody Allens Memoiren „Ganz nebenbei“ Rowohlt bringt Autobiografie im April heraus

Der Hollywoodregisseur Woody Allen Foto: dpa/Guillaume Horcajuelo
Der Hollywoodregisseur Woody Allen Foto: dpa/Guillaume Horcajuelo

Nach Protesten hatte der US-Verlag Hachette darauf verzichtet, die Memoiren des Filmregisseurs Woody Allen zu veröffentlichen. Der Rowohlt-Verlag in Hamburg hält aber an seinen Plänen fest – die deutsche Übersetzung mit dem Titel „Ganz nebenbei“ soll am 7. April erscheinen.

Hamburg - Die deutschsprachige Ausgabe von Woody Allens Autobiografie wird wie geplant im April bei Rowohlt erscheinen. Das Buch mit dem Titel „Ganz nebenbei“ soll am 7. April veröffentlicht werden, teilte der Verlag in Hamburg mit. „So können sich interessierte Leserinnen und Leser ihr eigenes Urteil bilden“, hieß es in der Mitteilung.

Die Veröffentlichung war wegen der ungeklärten Rechtslage unsicher, nachdem der US-Verlag Hachette die Memoiren des New Yorker Regisseurs aus dem Programm genommen hatte – nach scharfen Protesten von Mitarbeitern und aus der Familie Allens. Gegen Allen („Manhattan“, „Midnight in Paris“) gibt es seit Jahrzehnten Missbrauchsvorwürfe. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow (34) hält ihm vor, sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen zu haben. Der Regisseur hat das stets zurückgewiesen.

„Wir stehen zu der Entscheidung, die Autobiografie von Woody Allen, dessen Erzählungen seit 1980 im Rowohlt Taschenbuch erscheinen, im April in einer deutschen Übersetzung zu veröffentlichen“, sagte der Rowohlt-Verleger Florian Illies. „Wir nehmen die Sorgen von Teilen der Öffentlichkeit wie von Autorinnen und Autoren, die im Zuge der geplanten Veröffentlichung geäußert wurden, ernst.“

Grundsätzliche ethische Fragen

Das betreffe insbesondere den Vorwurf, dass die Verlagsentscheidung als unangemessen und missverständlich gegenüber Missbrauchsopfern gewertet werden könne. „Damit berührt die nun geführte Debatte grundsätzliche Fragen des Verlegens von Büchern im Spannungsfeld von Ethik und Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter.“

Namhafte Autoren des Rowohlt-Verlages hatten das Hamburger Verlagshaus aufgefordert, auf die Veröffentlichung der umstrittenen Memoiren des Hollywood-Regisseurs Woody Allen zu verzichten.„Wir sind enttäuscht über die Entscheidung des Rowohlt-Verlags, die Autobiografie von Woody Allen zu veröffentlichen“, hatten 15 Schriftsteller am 9. März in einem offenen Brief mitgeteilt. Unter den Autoren sind Sascha Lobo, Kathrin Passig, Margarete Stokowski, Giulia Becker, Kirsten Fuchs, Till Raether und Sven Stricker.

Der Rowohlt-Verlag will die entstandene Debatte weiterführen und plant eine Auftaktveranstaltung in Berlin zu diesem Thema in naher Zukunft.




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