Workshop in Waldenbuch Dubai-Schokolade selbst herstellen bei Ritter Sport

Grün, grün, grün ist alles, was ich mag: Das Pistazienmus spielt beim Dubai-Schokoladen-Workshop die Hauptrolle. 90 Minuten lang wird gemeinsam gewerkelt. Foto: /Stefanie Schlecht

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport hat keine Dubai-Schokolade im Sortiment, bietet aber seit Neustem Workshops zum Selbermachen an. Ein Besuch beim ersten Termin, zu dem ein Teilnehmer sogar aus Hannover angereist ist.

Böblingen: Leonie Schüler (lem)

Es geht laut zu beim Schokoladen-Workshop von Ritter Sport in Waldenbuch, als alle Teilnehmer ihre Förmchen an die Tischkante klopfen, um die Schokoladenhülle oder die Pistazienfüllung gleichmäßig und bläschenfrei zu verteilen. Leise wird es, als alle ein Stück einer fertigen 250-Gramm-Tafel probieren dürfen. Mucksmäuschenstill ist es, als sie zum ersten Mal den Knusper des gerösteten Kadayif auf der Zunge spüren und ihre Gaumen testen, ob der Wirbel rund um die Dubai-Schokolade gerechtfertigt ist oder nicht.

 

Das Urteil fällt rundweg positiv aus. „Mega“, sagt eine Teilnehmerin. „Sehr, sehr lecker“, eine andere. „Ich kann den Hype schon verstehen. Dieses Pistazienmus mit dem Crunch dazu ist schon besonders und nichts, was man alltäglich isst“, sagt Theresa Müller, die mit drei Freundinnen an dem Workshop teilnimmt, der pro Kopf 69 Euro kostet. Warum sie sich angemeldet hat? „Ich wollte mal probieren, ob die Dubai-Schokolade wirklich so gut ist“, sagt sie. Ihre Freundin Carina Marxen erzählt, dass sie erst überlegt hatte, die gefüllte Schokolade zuhause herzustellen. Aber Zutaten wie Kadayif (Engelshaar) oder Tahin (Sesammus) seien gerade in vielen Supermärkten ausverkauft. „Und wenn ich sehe, wie es hier aussieht, dann bin ich froh, dass ich es nicht daheim gemacht habe“, sagt sie und lacht, während sie auf die Schokoladekleckse rundherum zeigt.

Außen Schokolade, innen Pistazienmus. Foto: sts/Stefanie Schlecht

Die Freundinnen kommen aus Böblingen, Sindelfingen und Stuttgart, die meisten anderen Teilnehmer sind ebenfalls aus der näheren Umgebung. Zwei junge Männer haben allerdings eine weite Anfahrt auf sich genommen: Maxi Sprengel ist aus Hannover angereist, sein Freund Julien Baumgarten aus der Nähe von Frankfurt. Auch sie hat die Neugier auf die orientalische Schokoladensorte, die gerade in aller Munde ist, hergelockt, weshalb sie extra für einen Kurztrip nach Waldenbuch gefahren sind. Hat sich der Aufwand gelohnt? „Die Dubai-Schokolade ist sehr lecker. Aber es ist was, wovon ich nicht zu viel essen kann“, sagt Julien Baumgarten.

Genaue Zusammensetzung bleibt Geheimnis

Die vier Frauen, die den Kurs anleiten, sind zufrieden damit, wie der erste Termin gelaufen ist. „Dreimal haben wir vorher geübt“, sagt Verena Hertel, eine der sogenannten Chocolate Makers. Schließlich ist die Dubai-Schokolade auch für die erfahrenen Schokoladenmacherinnen neu. Und alles soll perfekt sein: das richtige Maß an Crunch durch die hauchdünnen, gerösteten Teigfäden Kadayif oder die Cremigkeit des Pistazienmuses, das mit weißer Schokolade vermischt und dadurch geschmeidig wird. „Die genaue Zusammensetzung ist aber unser Geheimnis“, sagt Verena Hertel. Nur so viel will sie verraten: Die Pistazienkerne sind vorab drei, vier Stunden lang in einer speziellen Maschine mit Steinrollen zu einer cremigen Masse gemahlen worden.

Dass Ritter Sport vorerst keine Dubai-Schokolade ins Sortiment aufnimmt, war ein bewusster Entschluss der Waldenbucher Schokoladenfirma. Man wolle zunächst abwarten, ob es sich um einen länger anhaltenden Trend oder lediglich um eine Modeerscheinung handele, teilte die Pressestelle vor wenigen Wochen mit. Die Sprecherin Bianca Kulik, die den Schokoladen-Workshop begleitet, betont nochmals: „Wir haben das nicht verpennt, sondern einen anderen Ansatz gewählt.“ Nämlich den, Fans der Dubai-Schokolade in der hauseigenen Werkstatt eigene Tafeln herstellen zu lassen. „Wir glauben, diese Herangehensweise passt besser zu uns“, sagt Kulik. Außerdem sei der Kern des Dubai-Schokoladen-Hypes ja das Selbermachen gewesen, als der Trend über soziale Plattformen nach Deutschland geschwappt und die Schokolade hierzulande noch nicht im Handel erhältlich war.

Jeweils zehn Termine geplant

Die Workshops der Firma Alfred Ritter finden in den firmeneigenen Schokoladenwerkstätten in Waldenbuch und Berlin statt. Anfang Dezember war der Startschuss, bis in den Februar hinein sind jeweils zehn Termine geplant. „Danach gucken wir mal“, sagt Bianca Kulik. Sei die Nachfrage groß, könne das Angebot fortgesetzt werden. Bislang sei das Interesse gut, es gebe aber noch freie Plätze. Als frohe Botschaft für alle Fans der grünen Steinfrucht kündigt sie an, dass Ritter Sport im Januar eine Pistazien-Schokolade auf den Markt bringen will, im gewohnten quadratischen Format. Statt der Cremefüllung der Dubai-Variante sind in der neuen Sorte aber gehackte Pistazienstücke.

Die Workshop-Teilnehmer dürfen die neue Sorte vorab verkosten. Lecker, lautet ihr Urteil. Carina Marxen kann ein Seufzen nicht zurückhalten und sagt: „So viel Schokolade! Pizza wär’ jetzt auch schön.“

Der Hype um die Dubai Schokolade

Beginn
Erfunden wurde die Trendschokolade 2021 von Sarah Hamouda, der Gründerin der Schokoladenfirma „Fix Dessert Chocolatier“ in Dubai. Sie gibt an, dass sie während ihrer Schwangerschaft Schokoladengelüste empfand, die nichts stillen konnte, weshalb sie die Dubai-Schokolade erfand. Das Tiktok-Video der Influencerin Maria Vehera, in dem sie genüsslich Dubai-Schokolade verzehrt, brachte den Trend im Dezember 2023 nach Deutschland und bekam seither viele Millionen Klicks. Für viele gilt sie als Erweckerin des Hypes hierzulande.

Sorte
Dubai-Schokolade wird gefüllt mit Pistaziencreme, Sesammus und Kadayif, das sind hauchdünne Teigfäden, auch Engelshaar genannt. Sie sorgen für eine knusprige Textur. Die Schokolade ist hochpreisig, da Pistazien teuer im Anbau sind.

Weitere Themen