World Transplant Games Die Medaillenkönigin von Dresden

Alexandra Funk freute sich vor allem über ihre Leistung und Gold mit dem Speer. Foto: Avanti/Poller

Bei den World Transplant Games wird Team Deutschland Zweiter im Medaillenspiegel. Alexandra Funk steuert sechs Mal, Peter Rode vier Mal Edelmetall bei.

Ludwigsburg: Elke Rutschmann (eru)

Sie hat den Moment genossen als sich der Speer auf den Weg machte und im Heinz-Steyer-Stadion in Dresden auf 25,95 Meter geflogen ist. Keine war an diesem Tag besser als Alexandra Funk und das bedeutete Gold für die gebürtige Murrerin bei den World Transplant Games. Es sollte nicht das einzige Edelmetall für die junge Frau werden, die sich auch noch den Titel im Hochsprung, Weitsprung sowie im Diskuswerfen holte. Als Zugabe gab es noch Silber über die 100 Meter sowie mit der 4 x 100 Meter Staffel.

 

Über ihre Sprintzeit hat sie sich besonders gefreut: „Da hab ich mich im Vergleich zu den deutschen Meisterschaften noch mal um über 0,75 Sekunden verbessern können“, sagt Funk. Sechs Medaillen – es war eine genau so beeindruckende Ausbeute wie vor zwei Jahren, als sie im australischen Perth ebenfalls viermal Gold und zweimal Silber gewonnen hat. Seit zehn Jahren lebt die 1,76 Meter große Athletin mit einem Spenderorgan. Von ihrer Mutter Susanne hat sie eine Niere bekommen. Es war der Start in ein neues Leben. Aus der Region war auch noch der lebertransplanierte Peter Rode am Start, der in der Klasse M70-79 Gold über 100 und 200 Meter gewann, sich Silber mit der Kugel sicherte und dann auch noch im Golfsport unterwegs war und sich mit dem Team Bronze erspielte. Damit hat das Duo seinen Teil dazu beigetragen, dass Team Deutschland hinter Großbritannien und noch vor den USA auf dem zweiten Platz landete mit 74 Gold-, 74 Silber- und 57 Bronzemedaillen. Rund 2500 Athletinnen und Athleten aus 51 Nationen waren in 17 Sportarten in Dresden angetreten. Deutschland war erstmals Gastgeber der World Transplant Games. Einer der Botschafter der Veranstaltung war der Schlagerstar Roland Kaiser, dem eine Lunge transplantiert wurde. Und mittendrin auch Alexandra Funk.

Vor zehn Jahren begann für Alexandra Funk ein neues Leben

„Es war eine tolle Woche voller Gänsehautmomente und sportlicher Höhepunkte“, sagt sie im Rückblick und nennt den Einmarsch der Nationen in die Arena oder den „Circle of Life“ bei dem traditionell alle Teilnehmenden zum Finale der Wettkämpfe eine Menschenkette bildeten. Sie hat sich aber auch mit ihren Mitstreitern gefreut – vor allem über den WM-Titel für die Fußballer. „Ein besonderer Höhepunkt war auch die Abendsession mit der Silber-Medaille für mich als Teil der deutschen Mädelsstaffel“, sagt die studierte Medizintechnikerin.

Schlagerstar Roland Kaiser, der selbst eine Spenderlunge erhalten hat, war Botschafter der World Transplant Games. Foto: dpa

Parallel zu den Wettkämpfen nahmen rund 120 Ärzte und Fachleute an einem Symposium zu Organspenden teil. Während der Spiele wurden rund 100 000 Organspendeausweise unters Volk gebracht, um die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Auch Alexandra Funk weiß nicht, wie lange ihre Niere noch arbeitet und wann sie wieder eine Spende benötigt. Die nächsten Spiele finden 2027 im belgischen Leuven statt. Die Leichtathletin wäre gerne wieder dabei.

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