Württembergischer Kunstverein Stuttgart Gegen Krieg hilft nur das Leben
„Kunst und Leben in Zeiten des Krieges“ heißt die neue und unbedingt empfehlenswerte Schau im Württembergischen Kunstverein Stuttgart. Eröffnung ist am 16. Juni um 19 Uhr.
„Kunst und Leben in Zeiten des Krieges“ heißt die neue und unbedingt empfehlenswerte Schau im Württembergischen Kunstverein Stuttgart. Eröffnung ist am 16. Juni um 19 Uhr.
Es sind die leisen Töne, die sofort für das Wagnis von Iris Dressler und Hans D. Christ, Direktorenduo des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart, einnehmen, die mit dem russischen Angriffskrieg verbundenen und doch schon zuvor spürbaren kriegerischen Verwerfungen in Europa zu einem Ausstellungsthema zu machen.
Ein kleines Foto etwa zeigt ein Kind. Die Rückansicht lässt auf dem T-Shirt eine Adresse erkennen. Die Kennung ist Standard geworden, seit die Kinder schnell und allein – ja doch: verschickt werden. Bogdan Thomashevsky, selbst aus den Trümmern seines Landes nach Stuttgart gekommen, spiegelt und kontert dieses Foto durch ein Kaleidoskop gereihter, einzeln hinterleuchteter Kinder- und Jugend-T-Shirts. „Untitled Names“ ist die Installation betitelt. Unaufgeregt aufregend wie auch Arbeiten von Alevtina Kakhidze, Serhii Lymanskyi, Anton Shebetko, Darya Tsymbalyuk oder Anna Zvyagintseva.
„Kunst und Leben in Zeiten des Krieges“ heißt die im Schulterschluss von Linienscharen (ein sich – ursprünglich aus dem Thema Zeichnung kommend – immer weiter vernetzendes Forum von Künstlerinnen und Künstlern), Kunstverein und Ifa-Galerie realisierte Ausstellung, für die der Vierecksaal des Kunstgebäudes am Schlossplatz gleichermaßen als Auftrittsort wie als Probebühne, Lernort und Diskussionsraum dient.
Der Titel macht deutlich, dass es nicht um einen Beweis der anhaltenden Gültigkeit ukrainischen Kunstschaffens geht. Vielmehr stehen „künstlerische Praktiken im Vordergrund, die den Situationen und Kontexten von Krieg, Vertreibung und militärischen Konflikten, wie sie in der Ukraine seit 2014 bestehen, mit feministischen, queeren und ökologischen Positionen und/oder mit der Schaffung von Kunsträumen begegnen“. Es geht damit, wie Hans D. Christ sagt, „um Anliegen, die beharrlich dem Leben zugewandt sind und dennoch in Kriegszeiten als sekundär gelten“.
Eröffnet wird „Kunst und Leben in Zeiten des Krieges“ an diesem Freitag, 16. Juni, um 19 Uhr. Zeitgleich wird im Kunstmuseum Stuttgart die Schau „Wolfgang Laib. The Beginning of Something Else“ eröffnet.