Württembergischer Tennis-Bund Schwarze Kasse? Betrugsermittlungen gegen Ex-Mitarbeiter

Erhebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten beim Württembergischen Tennis-Bund Foto: Baumann
Erhebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten beim Württembergischen Tennis-Bund Foto: Baumann

Schock beim Württembergischen Tennis-Bund (WTB): Ein Ex-Mitarbeiter soll über einen Zeitraum von wenigstens 17 Jahren mehr als eine Million Euro unterschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ist eingeschaltet.

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Stuttgart - Heftige Turbulenzen beim Württembergischen Tennis-Bund (WTB): Im Zuge der Erstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2020 stellte eine erstmals beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mitte März laut WTB-Mitteilung vom Samstag erhebliche Unregelmäßigkeiten in der Buch- und Kassenführung fest. Der neue WTB-Präsident Stefan Hofherr beauftragte daraufhin eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und eine Rechtsanwaltskanzlei mit einer umfassenden Sonderprüfung zur Ermittlung der Hintergründe und des Ausmaßes dieser Unregelmäßigkeiten sowie mit der rechtlichen Aufarbeitung. Gegen den betreffenden Ex-Mitarbeiter hat der WTB am 8. April Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart gestellt.

Schwarze Kasse?

Fest steht laut der WTB-Mitteilung bereits, dass der ehemalige Mitarbeiter in einem Zeitraum von wenigstens 17 Jahren Bar- und Sachmittel in einem Gesamtwert von voraussichtlich mehr als einer Million Euro unterschlagen habe. Allein im Zeitraum von 2014 bis 2020 konnten demnach bislang Unterschlagungen von Barmitteln in Höhe von rund 700 000 Euro und Unterschlagungen von Sachmitteln im Wert von etwa 100 000 Euro festgestellt werden. Zudem bestünden konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der ehemalige Mitarbeiter dem WTB weitere Barmittel durch die Bildung einer schwarzen Kasse entzogen hat. Das genaue Ausmaß des mutmaßlichen Betruges ist gegenwärtig noch nicht bekannt.

Wie der Betrug gelungen sein soll

Die mutmaßlichen Unterschlagungshandlungen sind laut Einschätzung des Verbandes durch vom WTB selbst geschaffene Abläufe begünstigt worden. Insbesondere hätten die im Vereinswesen vorgesehenen Schutzmechanismen über Jahre hinweg versagt. Dem ehemaligen Mitarbeiter sei es daher mittels einer intransparenten und unrechtmäßigen Buchführung gelungen, die Bargeldabhebungen zu verschleiern.

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