„Wusch“-Geräusche Weiter Ärger auf dem Schurwald – Windräder immer noch zu laut
Trotz des Austauschs der Getriebe an den beiden Windkraftanlagen auf dem Schurwald nahe Lichtenwald gibt es weiterhin Beschwerden. Nun muss erneut gemessen werden.
Trotz des Austauschs der Getriebe an den beiden Windkraftanlagen auf dem Schurwald nahe Lichtenwald gibt es weiterhin Beschwerden. Nun muss erneut gemessen werden.
Der Ärger mit den beiden neuen Windkraftanlagen auf dem Schurwald reißt nicht ab. Weiterhin gibt es Beschwerden beim Landratsamt Göppingen, das den Bau der beiden Anlagen nahe der Gemeinde Lichtenwald genehmigt hat. Demnach stören die Geräusche der neuen Windräder immer noch Anwohner im Alltag und im Schlaf. Nun sind neue Messungen nötig, die die Fachleute vor Herausforderungen stellen.
Wie das Landratsamt Göppingen mitteilt, das für die beiden Windenergieanlagen im Windpark Königseiche Überwachungsbehörde ist, sind seit Ende Dezember weitere Hinweise auf Störgeräusche eingegangen. Neben Meldungen um Weihnachten und den Jahreswechsel habe sich eine Häufung Anfang und Mitte Februar ergeben.
„In den Rückmeldungen werden wiederkehrend Geräuscheindrücke beschrieben, darunter „Wusch“-Geräusche der Rotorblätter, teils pfeifende Anteile sowie Brummen oder Dröhnen. Als Auswirkungen werden vor allem Schlafbeeinträchtigungen und eine erhöhte Belastung im Alltag benannt“, heißt es in der Mitteilung.
Für eine fachlich belastbare Bewertung seien normkonforme Messungen unter festgelegten Bedingungen erforderlich, damit Ergebnisse vergleichbar und rechtlich verwertbar sind. Allerdings seien solche Messungen nicht bei jeder Witterungslage, insbesondere nicht bei Niederschlag möglich. So seien die Windverhältnisse vom 11. bis 16. Februar grundsätzlich günstig gewesen, doch „die schalltechnische Abnahmemessung (Emissionsmessung) war wegen Regens nicht möglich“.
Um die Abnahmemessung nun zügig umzusetzen, soll die Messung aufgeteilt werden. In zwei geeigneten Messzeiträumen soll in einem Windgeschwindigkeitsfenster von sieben bis 13 Metern pro Sekunde in Nabenhöhe gemessen werden. Dieses Verfahren werde mit der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg derzeit abgestimmt.
Für die Emissionsmessung gebe es eine Frist von 12 Monaten nach der Wiederinbetriebnahme am 30. September 2025. Der Entwurf für das Messkonzept soll laut dem Göppinger Umweltschutzamt noch im Februar eingehen und „unverzüglich gemeinsam mit dem Bürgermeister, dem Ortsvorsteher und dem Fachberater abgestimmt“ werden. Die Zustimmung in diesem Kreis gelte dann als Freigabe des Messkonzepts für die weitere Umsetzung.
Der Ärger um die zu lauten Windräder , die Ende 2024 in Betrieb gegangen waren, zieht sich bereits geraume Zeit hin. Proteste und Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern auf dem Schurwald wegen der Lärmbelästigung hatten bereits im darauffolgenden Februar zur Stilllegung geführt, und als Ursache für den Lärm war an beiden Anlagen ein Getriebeschaden festgestellt worden.
Daraufhin wurden die Getriebe im vergangenen Sommer nach einer technischen Analyse des Herstellers Nordex und des Betreibers Uhl Windkraft Projektierung GmbH & Co. KG ausgetauscht. Vor der dauerhaften Wiederinbetriebnahme gab es mehrere Testmessungen.
Weitere drei Windkraftanlagen gibt es in der Nähe, sie waren 2018 bei Baltmannsweiler – auf Gemarkung des Rems-Murr-Kreises – in Betrieb gegangen. Auch an der Anlage Goldboden hatte es immer wieder Kritik seitens einer Bürgerinitiative gegeben.