Xavier Naidoo: neues Skandal-Video Der Sänger wünscht sich einen Führer
Mit einer neuerlichen verbalen Entgleisung stößt der Mannheimer Sänger Xavier seine Fans vor den Kopf – und erntet Applaus aus dem rechtspopulistischen Lager.
Stuttgart - „Ihr seid verlorn!“ – sagt Xavier Naidoo, der Mannheimer Sänger mit christlicher Grundierung, dem Rest der deutschsprachigen Welt. Er verrät auch, weshalb: „Ich hab‘ fast alle Menschen lieb, aber was, wenn jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber das Leben stiehlt?“ Der Star empört sich: „Eure Kinder sollen leiden, soll‘n sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden, und ihr steht seelenruhig nebendran.“ Und: „Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann. Hauptsache, es ist politisch korrekt, auch wenn Ihr daran verreckt.“
Bereits am Montag tauchte im Netz das Video auf, in dem Xavier Naidoo diese Zeilen singt. Und es ruft scharfe Reaktionen hervor. Naidoo, dessen Eltern aus Südafrika stammen, indische, deutsche und irische Wurzeln haben, ein Mann mit multinationaler Familiengeschichte also, fiel in der Vergangenheit bereits mehrfach durch Äußerungen auf, die vage frömmelnd ins rechtspopulistische Feld drifteten. Xavier Naidoo ist der größte Star des deutschen Soul, einer, der bei Konzerten immer wieder mit makelloser Intonation und Stimmführung beeindruckt, zugleich mit fadenscheinigen Aussagen, Andeutungen verstört: Ein Sänger mit abgehobenem Sendungsbewusstsein, der die Nähe zu Reichsbürgern suchte, der in Verschwörungstheorien schwelgte, dem Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie vorgeworfen wurden. Nun also bezeichnet er in einem Video Einwanderer als Mörder und bedauert, dass in Deutschland keine Führerfigur in Sicht sei.
RTL distanziert sich
Während das Video in rechten Kreisen auf natürliche Zustimmung stößt („Xavier ist einer mit klaren Worten und Eier in der Hose!“), wird es auch von Fans des Sängers heftig kritisiert: „Er hat es wieder getan. Naidoo, was ist bloß los mit dir? Hast du aus der Vergangenheit nichts gelernt?“, twittert einer. Immer wieder taucht im Shitstorm, der seit Dienstagabend durch die sozialen Kanäle tobt, die Beobachtung auf, dass Xavier Naidoo ähnliche Positionen seit Jahren mehr oder weniger offen vertritt. Und Andreas „Bär“ Läsker, Manager der Fantastischen Vier, postet auf Facebook: „OK, jetzt dreht er vollends durch.“
Der TV-Sender RTL, bei dem Naidoo als Jurymitglied der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ tätig ist, hat am Mittwochvormittag auf das Video des Sängers reagiert: „Wir distanzieren uns von jeglicher Form von Rassismus“, heißt es da. „Auch wir sind irritiert von dem aufgetauchten Video. Wir erwarten klare Antworten von Xavier.“
Xavier Naidoo wiegt sich, während er singt, vor der Kamera seines Computers hin und her; er fährt prophetisch mit dem Zeigefinger durch die Luft und lächelt zuletzt sehr überlegen. Ein Gedanke lässt sich dabei schwerlich unterdrücken: Hoffentlich war er nicht nüchtern, als er diesen Film aufnahm.
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