Yeliz Cvijanovic aus Nufringen backt Hochzeitstorten Torten-Träume für den großen Tag

Yeliz Cvijanovic aus Nufringen backt mit großer Leidenschaft Hochzeitstorten. Foto: Melanie Wöhr Fotografie

Yeliz Cvijanovic hat sich auf Instagram eine ordentliche Fangemeinde aufgebaut: 96 500 Follower haben den Kanal der Nufringerin abonniert – wegen ihrer kunstvoll gestalteten Hochzeitstorten.

Kunterbunt, einstöckig, dreistöckig, fünfstöckig, mit Stitch-Motiv, Pikachu oder der Frozen-Elsa, als Sendung-mit-der-Maus-Maus oder als Schultüte – es scheint kaum eine Torte zu geben, die Yeliz Cvijanovic nicht gebacken kriegt. Die 44-jährige Nufringerin ist Tortenkünstlerin und gewährt auf Social Media Einblicke in ihre Arbeit. 96 500 Follower hat sie damit schon von sich und ihren Backkünsten überzeugt.

 

Grundsätzlich backt Yeliz Cvijanovic ihre Torten nur auf Bestellung. Einen Laden, in dem man sich durchprobieren kann, gibt es nicht. Gebacken wird in einem kleinen Raum, den sich die dreifache Mutter als Torten-Backstube hergerichtet hat. Das liegt allerdings nicht daran, dass sie nicht genügend Kunden hat, um ein eigenes Torten-Atelier zu finanzieren. „Ich will das gar nicht so groß aufziehen“, erklärt sie. „Da würde die Familie zu kurz kommen und das wäre es mir nicht wert.“

Die Nufringerin betreibt eineCateringfirma

Dazu kommt, dass sie ihre Torten nur dank einer Ausnahmeregelung überhaupt verkaufen darf. Laut Konditorhandwerksgesetz muss man dafür nämlich eine entsprechende Ausbildung vorweisen können. Die 44-Jährige ist aber keine ausgebildete Bäckerin oder Konditorin, sondern hat ursprünglich im Außendienst für ein Reinigungsunternehmen gearbeitet. Bis ihr in ihrer ersten Elternzeit langweilig wurde und sie durch Zufall in sozialen Netzwerken auf das Thema Tortenkunst stieß. „Da hat es mich gepackt“, erinnert sich die Nufringerin. Und sie fand ein Schlupfloch im Gesetz. „Man darf Torten legal verkaufen, wenn man einen Catering-Service anmeldet und dort mehr Speisen als Torten verkauft“, erklärt sie. Deshalb betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Cateringfirma, die sich auf Balkanspeisen spezialisiert hat. Seit kurzem bietet das Ehepaar auch einen Food-Truck mit Süßspeisen an, der für verschiedene Events gebucht werden kann. Ihre Torten verkauft Yeliz Cvijanovic also quasi „nur“ nebenher.

Gerne gekocht und gebacken habe sie aber schon immer, erinnert sich die 44-Jährige. „Als kleines Mädchen habe ich meiner Mama gerne zugeschaut und mitgeholfen.“ Heute ist es die Mama, die Yeliz Cvijanovic unterstützt, wenn diese sich vor Bestellungen kaum retten kann.

Die meisten Kunden stammen aus dem Ausland

Nach den ersten Torten für Verwandte war klar, dass sie ein Händchen für Tortenkunst hat. Vor allem Hochzeitstorten haben es ihr angetan. „Es gibt natürlich Leute, die haben schon eine genaue Vorstellung und wollen, dass ich ihnen eine Torte backe, die sie auf einem Bild gesehen haben“, sagt sie. „Mir ist es aber immer lieber, wenn die Kunden sagen: Yeliz, mach einfach.“ Dann könne sich die kreative Inhaberin eines Catering-Unternehmens nämlich so richtig austoben. „Hochzeitstorten sind natürlich auch immer etwas Besonderes“, fügt sie hinzu. „Die haben eine große Bedeutung für das Paar, sind auf allen Bildern verewigt und das Anschneiden gehört ja auch symbolisch zu den wichtigsten Momenten des Tages.“

Bei mehrstöckigen Torten arbeitet die Nufringerin auch mit Dummys aus Styropor. Foto: privat

In den letzten Jahren hat sie sich einen Namen in der Tortenkunst-Szene gemacht. Auf Instagram liegen die Follower-Zahlen der „Kitchen Queen“ bei 96 500. Die meisten Follower – und auch Kunden – stammen allerdings nicht aus Deutschland, sondern aus dem Ausland. „In Deutschland sind Luxustorten nicht so ein Ding“, weiß Yeliz Cvijanovic. „Sowas möchten eher Menschen aus der Türkei oder aus arabischen Ländern, weil es da zur Hochzeitskultur dazugehört.“

Wenn sich jemand eine Luxustorte wünscht, dann gilt aber meist: je opulenter, desto besser. Aber so schön die Torten auch aussehen – kann man sie überhaupt essen? „Nicht alle“, gibt Yelic Cvijanovic zu. „Oft arbeitet man auch mit Dummys aus Styropor.“ In diesem Fall seien nur ein oder zwei Stockwerke essbar, der Rest diene nur der Show. „Mit so einer fünfstöckigen Torte kriegst du ja 500 Leute satt und das macht bei einer Hochzeit mit 100 Gästen wenig Sinn“, erklärt sie.

Erfolg beim „Wedding King Award“ im November

Die spektakulärste Torte, die sie bisher gebacken hat, hatte übrigens eine stolze Größe von 1,15 Meter. Das Kunstwerk war ihr Beitrag beim Wettbewerb „Wedding King Award“, bei dem sie im November den zweiten Platz belegte. „Da hatte ich echt bange, dass das Ganze umkippen könnte“, schmunzelt sie. „Ist es aber zum Glück nicht.“

Bei all der süßen Versuchung bleibt noch eine Frage: Isst Yeliz Cvijanovic ihre Torten eigentlich auch selbst? „Tatsächlich eher selten“, lacht sie. „Für uns als Familie mache ich so was nicht – da gibt es sonntags ganz einfachen Käsekuchen oder so.“

Wedding King Award

Auszeichnung
 Der sogenannte Wedding King Award ist eine der wichtigsten Auszeichnungen der Hochzeitsbranche. Dabei messen sich die Besten ihres Fachs in verschiedenen Kategorien wie Tortenkunst, Fotografie, Catering oder Floristik. Am Ende entscheidet das Publikum, wer gewinnt.

Platzierung
Yeliz Cvijanovic trat im Jahr 2024 mit einer siebenstöckigen Hochzeitstorte mit acht verschiedenen Geschmacksrichtungen im Finale an und wurde Zweite. Insgesamt hatten mehr als 5000 Menschen für sie abgestimmt.

Social Media
Die Nufringerin ist auf Instagram unter @yelizthekitchenqueen zu finden, ihre Webseite heißt https://yelizthekitchenqueen.de

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