Yoga in Fellbach Im Einklang durch Sonnengruß und Atmung

Ein Leben mit und für Yoga: Clarissa Sharma zeigt die Übung „Tittibhasana - die Feuerfliege“, Pratiush Sharma den Handstand „Adho Mukha Vrksasana“. Foto: / Gottfried Stoppel

Clarissa und Pratiush Sharma betreiben in Fellbach ein Yogastudio nach indischer Lehre. Die Gruppen sind bewusst klein gehalten. Das Ziel: Körper und Geist sollen in Balance gebracht werden. Aber wie?

Rems-Murr: Simone Käser (sk)

Dass sie in Mumbai gelandet ist und dort ihren jetzigen Mann kennen gelernt hat, war für sie kein Zufall, sondern ein wichtiger, fast schon vorbestimmter Teil von Clarissa Sharmas Lebensweg. „Ich war auf der Suche nach Spiritualität und einem tieferen Sinn“, sagt sie. Ihr Studium hatte die gebürtige Fellbacherin erst nach Bayreuth geführt, dann nach Rotterdam, Gent und schließlich in die dicht besiedelte Metropole an der indischen Westküste. 24 Jahre alt war Clarissa Sharma, als sie sich auf die völlig andere Welt einließ. „Das war ein kompletter Kulturcrash, aber ich war offen und kam sehr gut in Mumbai zurecht.“ Entweder man liebe oder hasse es. Doch wer wie sie auf der Suche nach Spiritualität sei, dem gefalle es, weil Indien „ eine Seele“ habe.

 

Clarissa Sharma lebte in den letzten Jahren in Indien

Dort lebte sie und lernte in den vergangenen Jahren hauptsächlich Yoga – damit hatte sie schon in Deutschland angefangen, weil es als Ausgleich zum Studium guttat. Es wurde zu einem immer wichtigeren Teil im Leben von Clarissa Sharma. So verwundert es auch nicht, dass die 30-Jährige im Jahr 2020 in Fellbach ein eigenes Yogastudio eröffnet hat. Bedingt durch die Coronazeit mit mehreren Lockdowns können sie und ihr Mann im „Clari di Yoga“ aber erst jetzt so richtig durchstarten. „Wir haben zwar kleine Gruppen, aber während der Stunde wird kein Mundschutz getragen. Deshalb war der Betrieb während der Hochphase der Pandemie kaum möglich“, sagt die Gründerin und Inhaberin von „Clari di Yoga“.

Mit ihrem Mann hat sie sachkundige Verstärkung an ihrer Seite

Mit ihrem Mann hat sie sachkundige Verstärkung an der Seite: Seine Eltern haben eine Yogaschule in Mumbai. Dadurch ist er mit den Lehren des Yoga aufgewachsen. „Die körperlichen und geistigen Elemente des Yoga hat er verinnerlicht. Zudem ist er zertifizierter Yogalehrer und Kampfsportler“, sagt Clarissa Sharma. Gemeinsam will das deutsch-indische Paar, dass seit diesem Jahr verheiratet ist und nun in Schmiden lebt, die Kurse genau nach indischer Lehre anbieten.

Doch was heißt das? Clarissa Sharma ist es wichtig zu betonen, dass es um einen ganzheitlichen Ansatz gehe – Körpertraining, aber auch Atemübungen sowie Einflüsse in anderen Lebensbereichen und bei der Ernährung. „Der Atem ist der Schlüssel zum Geist. Zwischen Körper und Geist muss eine Einheit geschaffen werden. In stressigen Momenten kann Atmen helfen. Zudem sollte man so gesund wie möglich leben, aber ohne fanatisch zu werden. Einfach nach dem Motto, was nicht gut tut, ist nicht spirituell. In Indien bedeutet Yoga Disziplin, nicht nur auf der Matte“, sagt Clarissa Sharma.

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Die Verbindung von Körper, Spiritualität, Atem und Achtsamkeit im Yoga haben die 30-Jährige von Anfang an in den Bann gezogen und ihr Leben bereichert. Neben ihren Ausbildungen im traditionellen Yoga hat sie sich in den letzten Jahren in verschiedene Richtungen fortgebildet. In den Yogastunden möchte sie den Teilnehmenden Raum geben, den Körper zu spüren. „Dabei sollen die Gedanken nicht abschweifen, sondern im Hier sein.“ Altersgrenzen gibt es nicht. So unterrichtet sie eine über 80-Jährige ebenso wie eine Mama mit kleinem Kind.

Wichtig ist dem Paar, das seine Kurse mit zwei weiteren Lehrern anbietet, auch, dass die Gruppen mit maximal acht Personen relativ klein sind, sich die Teilnehmer kennen und es einen persönlichen und emotionalen Bezug gibt. „Und mein Mann Pratiush kann ihnen, dadurch dass er mit Yoga aufgewachsen ist, vermitteln, was es mit einem macht. Da fließen Mantren und Meditationen mit ein. Diesen ganzen Lebensstil sowie die traditionellen Ursprünge des Yoga kann er durch seine Erfahrung sehr gut weitergeben“, sagt Clarissa Sharma, die sich in Indien auch auf Schwangerschaftsyoga spezialisiert hat. Auch sanftes Yoga oder Hormon-Yoga bietet das Paar an. „Wer mitmachen will, muss keine Sportskanone sein. Die Kondition ist nicht entscheidend.“

Clarissa Sharma beginnt jeden Tag mit einem Kopfstand

Wie könnte es auch anders sein, startet Clarissa Sharma ihren Tag selbst regelmäßig mit Atemübungen, dem sogenannten Sonnengruß und mit einem Kopfstand. „Das tut mir einfach gut. Zudem ernähren ich und mein Mann uns vegetarisch, und natürlich kommt oft Indisches auf den Tisch“, sagt die Yogalehrerin, die sich vorstellen könnte, langfristig auch Yoga-Reisen anzubieten. „Toll wäre eine Zusammenarbeit mit der Yogaschule von Pratiushs Eltern in Mumbai. Dann könnten Schüler aus Indien zu uns kommen und andersrum.“

Das deutsch-indische Paar ist auf Instagram unter pratiushmma und clari_di zu finden. Alle Infos über das „Clari di Yoga“ in der Vorderen Straße sowie über die Kurse, die dort gebucht werden können, finden Interessierte unter https://www.claridiyoga.com.

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