Zahlen der AOK Blick auf den Krankenstand im Raum Leonberg überrascht
Es gibt große Unterschiede zwischen einzelnen Branchen und Berufen im Altkreis. Welche Gruppen besonders häufig krankgemeldet sind – und welche am wenigsten.
Es gibt große Unterschiede zwischen einzelnen Branchen und Berufen im Altkreis. Welche Gruppen besonders häufig krankgemeldet sind – und welche am wenigsten.
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Altkreis Leonberg sind vergleichsweise wenig krankgeschrieben. Das zeigt eine Analyse der AOK Stuttgart-Böblingen unter ihren Mitgliedern für das vergangene Jahr.
Aber wie sieht es in den einzelnen Branchen und Berufsgruppen genau aus? Auch dazu legt die AOK Daten vor, die den Krankenstand unter den 35. 586 bei ihr versicherten Arbeitnehmern im Altkreis aufschlüsseln.
Der Krankenstand beschreibt den Anteil der Arbeitnehmer, die im Durchschnitt krankgeschrieben sind. Zunächst fällt auf, dass der Krankenstand in fast allen Branchen im Jahr 2025 niedriger war als noch 2024. Demnach stiegen die Fehlzeiten nur im Handel, im Baugewerbe sowie in der Land- und Forstwirtschaft leicht an.
Besonders hoch war der Krankenstand im Bereich Verkehr und Transport mit 6,6 Prozent. Dahinter folgt die öffentliche Verwaltung mit 6,4 Prozent. Ursachen dafür sieht die AOK vor allem in belastenden Arbeitsbedingungen. „Dort werden häufig Tätigkeiten im Sitzen ausgeführt, gleichzeitig gehören aber auch schweres Heben und Schichtdienste zum Arbeitsalltag“, erklärt Lucie Bareis, Koordinatorin für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg.
Am niedrigsten fiel der Krankenstand im Dienstleistungsbereich aus. Dort lag er bei lediglich 4 Prozent. Nach Einschätzung der AOK bedeutet das allerdings nicht automatisch bessere Arbeitsbedingungen. Gerade die vielen kleineren Betriebe hätten oft weniger Möglichkeiten, krankheitsbedingte Ausfälle aufzufangen. Deshalb würden sich Beschäftigte teilweise trotz Beschwerden nicht krankmelden. Auch finanzielle Gründe könnten eine Rolle spielen – etwa in der Gastronomie, wenn Arbeitnehmer Gehaltseinbußen befürchten.
Noch deutlicher werden die Unterschiede bei der Betrachtung einzelner Berufsgruppen. Arbeitnehmer in technischen und körperlich belastenden Berufen fehlen im Durchschnitt deutlich häufiger. Spitzenreiter sind Kaufleute im Automatenservice. Sie kamen auf durchschnittlich 42,6 Krankentage pro Versichertenjahr. Zum Vergleich: Im Durchschnitt waren Arbeitnehmer im Altkreis Leonberg 19,6 Tage arbeitsunfähig gemeldet.
Die Beschäftigten sind für Planung, Befüllung und Wartung von Automaten zuständig und häufig unterwegs. „Ständig von Automat zu Automat zu fahren, Zeitdruck, unregelmäßige Arbeitszeiten und viel Verantwortung – das sind sehr viele unterschiedliche Belastungen“, erklärt Bareis.
Auch Kranführer und Aufzugsmaschinisten zählen zu den Berufsgruppen mit besonders vielen Fehlzeiten. Sie arbeiten oft isoliert und auf engem Raum. Angestellte in der Metallumformung sind körperlich schwer tätig und am dritthäufigsten im Altkreis Leonberg krankgemeldet.
Am unteren Ende der Statistik stehen Beschäftigte in der Personalentwicklung und Personalsachbearbeitung, Ärzte sowie Musikpädagogen. Sie verzeichneten die wenigsten Krankheitstage.
Jetzt also einen anderen Berufsweg einschlagen und seltener krank sein? So einfach ist es leider nicht – die AOK betont, dass der Arbeitsplatz nicht allein über die Gesundheit entscheidet. Denn auch persönliche Faktoren wie Alter, Vorerkrankungen, Lebensstil oder Belastungen im privaten Umfeld beeinflussen den Krankenstand. Nicht jede Erkrankung lässt sich also unmittelbar auf die berufliche Tätigkeit zurückführen.