Zahlen des Innenministeriums Kriminelle Migranten im Südwesten

Bei Diebstahl haben auffällig viele Tatverdächtige keinen deutschen Pass. Foto: ERGO Group/ERGO

In Baden-Württemberg sind Ausländer besonders häufig in kriminelle Taten verwickelt. Die Zahl der Delikte, die von Asylbewerbern begangen worden sind, stieg besonders markant. Gegen viele der Verdächtigen wird wegen mehrerer Straftaten ermittelt.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Armin Käfer (kä)

Im vergangenen Jahr hatte die baden-württembergische Polizei 264 534 Personen im Visier, weil sie im Verdacht standen, eine Straftat begangen zu haben. Von sämtlichen Tatverdächtigen hatten 48 Prozent keinen deutschen Pass. Der Ausländeranteil an der Bevölkerung im Südwesten ist erheblich geringer. Er liegt bei 18,5 Prozent. Nach Auskunft des baden-württembergischen Innenministeriums ist die Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger im laufenden Jahr weiter angestiegen, während die Gesamtzahl aller Tatverdächtigen stagniere.

 

78 613 Straftaten wurden 2023 von Asylbewerbern und Flüchtlingen begangen. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 48,3 Prozent. Bei knapp der Hälfte der kriminellen Taten handelt es sich laut Ministerium um Diebstahlsdelikte. Im Bereich der Gewaltkriminalität wurde gegen 1250 verdächtige Flüchtlinge ermittelt. Diese Zahl liegt um 30 Prozent über dem Vorjahr. Besonders stark stieg die Zahl von Delikten, in die junge Flüchtlinge unter 21 verstrickt waren. Hier ist die Zahl der Tatverdächtigen um 77 Prozent angestiegen.

„Die aktuellen Flüchtlingsströme sind in der Kriminalstatistik angekommen“, lautet das Fazit des Innenministeriums. Die Ursachen für Ausländerkriminalität seien allerdings komplex, Erklärungen „selten monokausal“. Aus dem Ministerium heißt es: „Wer meint, ohne Asylbewerber oder Geflüchtete gebe es keine Kriminalität in unserem Land, liegt eindeutig falsch.“

Ein kleiner Teil des Personenkreises, welche die Polizei unter den Flüchtlingen im Visier hat, ist für eine Vielzahl von Straftaten verantwortlich. Etwa 500 Tatverdächtigen aus diesem Milieu werden jeweils mehr als zehn Delikte zur Last gelegt. Kriminelles Verhalten, so das Ministerium, sei nicht an der Staatsangehörigkeit oder an den jeweiligen Motiven für den Aufenthalt in Deutschland festzumachen.

Die Migranten aus unterschiedlichen Herkunftsländern sind aber nicht gleichermaßen kriminell auffällig. Da gibt es markante Unterschiede. So sind zum Beispiel 12,8 Prozent der Ausländer in Baden-Württemberg Türken. Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt der Anteil der Türken aber bei 10,9 Prozent. Bei Migranten aus Afghanistan ist es umgekehrt. Nur zwei Prozent der Ausländer im Land sind Afghanen – aber knapp zehn Prozent der nichtdeutschen Tatverdächtigen.

Überrepräsentiert unter den Tatverdächtigen ohne deutschen Pass sind auch die Syrer. Ihr Anteil an der ausländischen Bevölkerung im Südwesten liegt bei 4,7 Prozent. Ihr Anteil an den nichtdeutschen Tatverdächtigen bei 7,6 Prozent. Ukrainer haben im Verhältnis zur Kopfzahl hingegen seltener Ärger mit der Polizei. 7,9 Prozent der Ausländer in Baden-Württemberg kommen aus der Ukraine. Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt ihr Anteil bei 5,3 Prozent. In absoluten Zahlen kommen die meisten nichtdeutschen Tatverdächtigen aus der Türkei, gefolgt von Afghanen und Rumänen.

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