Ein Rentner baut einen Unfall, ein BMW-Fahrer wird zweimal erwischt, ein Grillabend endet im Polizeigriff. In drei Nächten zieht die Polizei fünf alkoholisierte Fahrer aus dem Verkehr.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Es beginnt mit einem schlingernden Citroën in Oppenweiler und endet mit einem hartnäckigen BMW-Fahrer, der gleich zweimal hintereinander mit Alkohol am Steuer erwischt wird. Dazwischen liegen Blechschäden, Handschellen und mehrere Blutproben.

 

Wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilt, verzeichnete der Rems-Murr-Kreis zwischen Freitagabend und Montagmorgen eine erschreckende Häufung von Trunkenheitsfahrten. Innerhalb von nur drei Nächten zogen Polizeistreifen fünf alkoholisierte Fahrer aus dem Verkehr – darunter ein renitenter 37-Jähriger, ein Unfallverursacher im Rentenalter und ein Wiederholungstäter, der alle Warnungen ignorierte.

Oppenweiler: Spätschicht für die Polizei

Freitagabend, kurz vor Mitternacht: Ein Zeuge meldet ein Fahrzeug, das in Schlangenlinien durch Oppenweiler fährt. Die Polizei wird fündig: in der Reutenhofstraße, wo der Citroën bereits geparkt ist. Eine 59-jährige Frau öffnet die Tür, der Alkoholgeruch schlägt den Beamten sofort entgegen. Sie gibt an, gerade eine Freundin abgeholt zu haben. Der Atemalkoholtest ergibt mehr als 1,2 Promille. Der Führerschein wird noch an Ort und Stelle beschlagnahmt, eine Blutprobe folgt im Krankenhaus.

Plüderhausen: Alkohol, Grillfeuer, Handschellen

Die Polizei musste einem renitenten Autofahrer in Plüderhausen Handschellen anlegen. (Symbolfoto). Foto: dpa

Am Samstagabend steuert ein 37-Jähriger seinen Peugeot zu einer Grillstelle im Greuthweg in Plüderhausen. Was nach geselligem Abend klingt, endet in einem Polizeieinsatz mit Zwangsmaßnahmen. Mehrere Zeugen beobachten die unsichere Fahrt des Mannes und rufen die Polizei. Beim Eintreffen der Beamten bestätigt der Alkoholtest: 1,3 Promille. Doch der Mann weigert sich, zur Blutentnahme mitzukommen. Die Situation eskaliert, der Fahrer muss am Boden fixiert und mit Handschellen gesichert werden. Sein Führerschein wird einbehalten, mehrere Anzeigen folgen.

Waiblingen: Ein Verkehrsunfall mit Ansage

In der Korber Straße in Waiblingen endet eine nächtliche Fahrt mit einem Knall. Ein 71-jähriger Mazda-Fahrer kracht am Freitagabend in ein geparktes Auto. Der Gesamtschaden: rund 4500 Euro. Auch hier ergibt die anschließende Kontrolle eine deutliche Alkoholisierung. Der Rentner wird zur Blutentnahme gebracht, sein Führerschein ist erst einmal weg.

Waiblingen II: Nächtliche Promillekontrolle

Keine 48 Stunden später, ebenfalls in Waiblingen: In der Nacht auf Montag wird ein 49-jähriger VW-Fahrer auf der Alten Bundesstraße kontrolliert. Die Beamten bemerken sofort Alkoholgeruch, der Test zeigt über 2,3 Promille – ein Spitzenwert an diesem Wochenende. Auch hier folgen die bekannten Schritte: Blutentnahme, Führerscheinentzug, Anzeige.

Winnenden: Dreistigkeit auf vier Rädern

Am deutlichsten offenbart sich der Kontrollverlust bei einem 45-jährigen BMW-Fahrer. Sonntagabend wird er in der Marienstraße in Berglen gestoppt. 1,9 Promille, Fahrverbot, Führerscheinentzug. Die Polizei dokumentiert alles gründlich und erklärt die Weiterfahrt für beendet. Doch am frühen Montagmorgen, nur wenige Stunden später, trauen die Beamten ihren Augen nicht: Auf der Landesstraße bei Winnenden kommt ihnen erneut derselbe BMW entgegen. Am Steuer wieder derselbe Mann. Noch immer alkoholisiert. Erneute Blutentnahme, dieses Mal wird auch der Fahrzeugschlüssel einkassiert.

Die Bilanz des Wochenendes ist so eindeutig wie erschütternd: fünf Trunkenheitsfahrten, fünf Führerscheine weg, eine Vielzahl von Anzeigen.