Zank um Umgestaltung in Stuttgart Hochgekochte Emotionen um Eduard-Pfeiffer-Platz – Wo das „heikle Projekt“ steht

, aktualisiert am 05.03.2026 - 15:35 Uhr
„Das ist ein nackter Platz“, sagt der Bezirksvorsteher Armin Serwani über den Eduard-Pfeiffer-Platz in Stuttgart-Ost. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart-Ost teilt sich mit Blick auf die Umgestaltung des Eduard-Pfeiffer-Platzes in zwei Lager: Die einen sind dafür, die anderen dagegen. Wie nun Frieden einkehren soll.

Klima & Nachhaltigkeit: Judith A. Sägesser (ana)

Der Eduard-Pfeiffer-Platz spaltet den Stuttgarter Osten. Seit im Jahr 2024 bekannt geworden ist, dass sich eine Mehrheit des Bezirksbeirats dort eine Umgestaltung wünscht, brodelt es nicht nur in der Nachbarschaft, sondern auch in der Gerüchteküche.

 

Von zwei Millionen Euro Kosten ist zum Beispiel die Rede. Oder von etlichen Parkplätzen, die wegfallen würden. Oder von den alten Pflastersteinen, die herausgenommen und gewaschen werden sollen. „Jeder geistert da mit irgendwelchen Sachen rum“, sagt der Bezirksvorsteher Armin Serwani.

Eis essen am Rande des Eduard-Pfeiffer-Platzes in Stuttgart-Ost Foto: Archiv Judith A. Sägesser

Nach Auskunft von Sven Matis, dem Sprecher der Stadt Stuttgart, liegt die aktuelle Kostenschätzung bei 950 000 Euro. Federführend sei inzwischen das Tiefbauamt. „Die Planung sieht die behutsame Umgestaltung des Platzes im Einklang mit den denkmalpflegerischen Vorgaben und heutigen Anforderungen an Aufenthaltsqualität, Verkehrssicherheit und Klimaanpassung vor.“

Bezirksbeirat von Stuttgart-Ost mehrheitlich dafür

2024 habe der Bezirksbeirat den Platzumbau mehrheitlich beschlossen, sagt Bezirksvorsteher Serwani. „Mehrheitlich“ betont er. „Am liebsten wären mir einheitliche Beschlüsse. Aber der bürgerliche Block war dagegen.“ Er selbst finde eine Umgestaltung gut. Mehr Bäume, mehr Bänke – „das ist ein nackter Platz“, sagt Serwani.

Dass der Umgestaltung eine größere Zahl an Parkplätzen zum Opfer falle, stimme so nicht, sagt er. Viele der bisher genutzten Stellplätze seien gar nicht als solche ausgewiesen. Der Stadtsprecher Matis sagt dazu: „Es fallen sechs regelkonforme Parkplätze weg.“ Finanziert werden soll der Umbau des Platzes aus Step-Mitteln. Das ist Geld, das die Bezirke für kleinere Maßnahmen zugesprochen bekommen. Eine der Fragen, die aktuell im Raum stehen: Handelt es sich bei der Platz-Umgestaltung angesichts der Kosten noch um eine kleine Neuerung? Eine andere Frage lautet: Ist mit dem Geld überhaupt zu rechnen – angesichts der angespannten Haushaltslage in Stuttgart?

Das sagt die Stadt Stuttgart zu den Kosten

Bei einem Bericht zum Sachstand Anfang Februar 2026 im Bezirksbeirat hätten Vertreter der Stadt keinen Zweifel daran gelassen, dass das Geld für den -Platz zur Verfügung steht, sagt Serwani. Er gehe davon aus, dass es klappt. Aus dem Rathaus heißt es: „Die Mittel sind reserviert“, so Stadtsprecher Matis. „Im Rahmen der mehrjährigen Haushaltskonsolidierung werden gleichzeitig alle Ausgaben der Stadt überprüft. Davon sind alle geplanten Projekte betroffen.“

Lucia Schanbacher, die SPD-Betreuungsstadträtin für Stuttgart-Ost, warnt. Bisher sei das „heikle Projekt“, wie sie es nennt, noch nicht im beschließenden Ausschuss gewesen. Ob die Mehrheit dort angesichts der hohen Kosten für eine Umgestaltung votieren werde, sei nicht gewiss. Die SPD/Volt-Fraktion legt sich noch nicht fest. „Über eine mögliche Zustimmung wurde noch nicht entschieden“, sagt Schanbacher. „Vor allem angesichts anderer Projekte der Gestaltung des öffentlichen Raums, die im Haushalt gestoppt wurden“.

Planungsbeirat in Stuttgart-Ost gegründet

Die Debatte werde seit Anfang an „sehr emotional geführt“, sagt Eberhard Frei, der Sprecher der Grünen im Bezirksbeirat von Stuttgart-Ost. „Jetzt hängt es am Planungsbeirat.“ Dieses neue Gremium besteht aus Vertretern aller Seiten und soll Frieden nach Stuttgart-Ost bringen. Serwani nennt den Beirat „ein zusätzliches Forum“, allerdings ohne Beschlussfähigkeit. Der Bezirksvorsteher rechnet bis Ende 2026 mit einem Ergebnis. „Ich gehe offen in die Diskussion.“

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