Zauber-Abend in Sindelfingen Junge Magier verzaubern auch Spätzle

Professionell und ausgesprochen charmant: Noel Prellwitz (links) und Maurice Grange Foto: Abelein

Fliegende Münzen, brennende Karten und ganz viel Staunen: Noel Prellwitz und Maurice Grange verwandeln als Duo Young Magic den Pavillon in einen magischen Ort.

Sie haben sich vor vier, fünf Jahren kennengelernt und treten nun das erste Mal gemeinsam auf: Maurice Grange aus Stuttgart ist Europameister der Zauberkunst 2024 und Noel Prellwitz deutscher Vize-Jugendmeister von 2023. Er kommt aus Sindelfingen und braucht zum Pavillon nur zwei Minuten.

 

Gemeinsam gewinnen sie Klassikern der Magie neue Seiten ab.

Maurice und Noel hebeln die Physik aus

Maurice (20) ist der Comedian, der gerne Zaubertricks mit offensichtlichen Erklärungen antäuscht, um dann im nächsten Moment die Zuschauer mit magischen Effekten kalt zu erwischen. Noel (17) ist der Ruhepol, der wie schon vor der Jury der Deutschen Meisterschaften Lichtfunken schweben lässt.

Mal zaubert Maurice, mal Noel, und vor allem wirken sie harmonisch zusammen. Zu zweit stellen sie die Gesetze der Physik auf den Kopf: Mühelos greifen sie Karten, Stifte, Bälle und Münzen aus der Luft, lassen sie verschwinden und dann an den unwahrscheinlichsten Orten wieder auftauchen.

Löffel werden in Gabeln verwandelt. Eine von einer Zuschauerin ausgewählte Spielkarte erscheint in einer Streichholzschachtel, nachdem andere dem Feuer geopfert wurden, und Rosen und Karten wechseln ihre Farben nach Gutdünken der Magier.

Der Trick mit Sherlock Holmes und den leeren Seiten

Manches entstammt der Disziplin des Close-up (Tischzauberei), anderes der Manipulation, Kartenkunst und der Mentalmagie (Gedankenlesen). „Das einzige, was echt ist, ist die Illusion“, sagt Maurice.

Den klassischen Seiltrick variiert er schwäbisch: Bei ihm stellen die Stricke, die sich voneinander lösen und vereinen, Spätzle dar. Für viel Lacher sorgt auch seine Buchtest-Routine: Eine Zuschauerin schlägt in einem Sherlock-Holmes-Band eine Seite auf, und Maurice versucht Wörter zu erraten. Hinter dem Rücken der Zuschauerin blättert er in einem identischen Exemplar. Wie groß aber ist das Erstaunen der Zuschauer, als Maurice leere Seiten präsentiert.

Natürlich darf die Nummer, mit der Maurice die Europameisterschaft gewonnen hat, nicht fehlen: In dieser führen Kugeln und Karten ein magisches Eigenleben, während sie gleichzeitig eine Geschichte illustrieren, die sich um Identitätssuche dreht.

Die jungen Magier haben viele Fans

Dass es die beiden Talente so weit bringen konnten, ist auch dem Magischen Zirkel Stuttgart und dessen Präsident Eberhard Riese zu verdanken. Riese, der im April mit 73 Jahren gestorben ist, hat als Regisseur Maurice Granges Weg begleitet. Und was bringt die Zukunft? Auf Maurice wartet die Weltmeisterschaft im Juli, Noel wird noch eine Weile die Schule besuchen und möchte dann wie Maurice Profizauberer werden.

Nach der Vorstellung schart sich auch eine Schar von staunenden, jungen Zuschauern um die Magier.

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