Das Magier-Duo Golden Ace sorgte am Samstag in der Kongresshalle Böblingen für staunende Augen. Bei der Show jagt ein Effekt den nächsten.

„Zirkel der Magie“ heißt geheimnisvoll die Show, in der die zwei Zauberkünstler Alexander Hunte und Martin Köster aus Niedersachsen erzählen, wie ein Novize in die Magie eingeweiht wird. Zu Beginn sorgen Projektionen von Gestalten in Kutten für mystische Stimmung, während die Magier mit Reimen die Zuschauer in die Welt der Zauberer einladen. Vier Prüfungen mussten angehende Magier laut der zwei früher bestehen, um Zugang zu den Zirkeln der Magier zu erlangen. Eine Aufgabe unter diesen war, Selbstzweifel abzustreifen, was die zwei mit einem Entfesselungskunststück illustrieren.

 

Magier jobbten als Barkeeper

Bei Alexander Hunte und Martin Köster lief der Weg zur Zauberei etwas profaner ab: Die beiden jobbten während des Studiums als Barkeeper, garnierten den Service mit Zauberei, zeigten ihre Kunst Familienmitgliedern und fragten bei Bühnen betreffs Auftritten an. Noch immer können sie korrekt Vorhersagen für Getränkewünsche tätigen, wie sie dem Publikum beweisen. Die beiden üben sich im Lauf der Vorstellung in allen Sparten der Zauberei, auch dem Close-up, also Tischzauberei – zum Beispiel mit Münzen, einer Feder, einem Glas und einem Ei. Dank Videoprojektion mit Aufsicht können auch die Zuschauer in den hinteren Reihen verfolgen, wie Objekte erscheinen und verschwinden und sich verwandeln. Was ist das Geheimnis ihrer Zauberkraft? Licht, Bild, Sound und die „Macht der Worte“ sind die gar nicht so geheimen Ingredienzen, und mit den Worten sind sie bei ihrem Lieblingsgebiet: der Hypnose.

Früher wurden Magier gerne mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Foto: Stefanie Schlecht

Mit einer Publikumshypnose machen die beiden neun empfängliche Kandidaten ausfindig, lassen sie auf der Bühne Platz nehmen und versetzen sie mit suggestiven Worten und Gesten in Tiefenentspannung. Mit der Macht der Stimme übernehmen sie Kontrolle über die Körper der Freiwilligen: Und auf einmal scheinen die Augen zugeklebt, das Gesäß haftet am Stuhl, und die Knie werden zu weich, um aufzustehen. Als Höhepunkt löschen sie zwei Zuschauern sogar kurz den eigenen Namen aus dem Gedächtnis. Im zweiten Teil der Vorstellung kommen dann die Kinder zum Zug. Die dürfen Wünsche aufschreiben, welche ein Gehilfe vorerst in einer Box verwahrt.

In der Vergangenheit wurden Magier gern mit dem Teufel in Verbindung gebracht, und ein solcher taucht auch auf der Bühne auf. Doch die zwei bannen den „Schatten“ mit der „Macht des Lichts“: Überraschend kommt dabei einer von ihnen unter dem Teufelskostüm zum Vorschein. Und eine Spielkarte, welche eine Zuschauerin unterschrieben hat, taucht unverhofft in einer Paprika auf. Auch Mentalmagie beherrschen die zwei, also Vorhersagen und Gedankenlesen. So erraten sie einen eben vergebenen Code und ein Wort, das eine Zuschauerin beim zufälligen Zerreißen einer Zeitung übrig behalten hat. Ein Kunststück, das die zwei ständig weiterentwickeln, dreht sich um einen roten Ball, der – wiewohl sicher in einer Box verwahrt – mehrfach überraschend in der Magierhand auftaucht.

Zum Schluss entert noch ein Dinosaurier die Bühne. Foto: Stefanie Schlecht

Durchs Publikum geht ein Raunen

Der rote Ball war einst das Erkennungszeichen der Magier, und als eine rote Kugel einen Riesenteddy freigibt, geht ein Raunen durch das Publikum. Damit ist auch ein Kinderwunsch in Erfüllung gegangen. Fehlt eigentlich nur noch ein Dinosaurier, und ein solcher erscheint als Teil des Abschlusseffekts auf der Bühne der vielfältigen, aber manchmal etwas generisch wirkenden Show. Ihre eigene Persönlichkeit müssen die jungen, schnell aufgestiegenen Magier wohl noch finden.