Der Zauberer Thorsten Strotmann will sein neues Theater am Ende der Glemseckstraße bauen.

Leonberg - Ein möglicher Standort für ein neues Theater des Magiers Thorsten Strotmann ist gefunden. Am Ende der Glemseckstraße, kurz hinter dem Discounter Lidl am Fuße des Ehrenbergs, will er sein neues Domizil mit einer variablen Drehbühne, einem Saal für rund 270 Zuschauer und Seminarräumen bauen.

Die Spielstätte, die sich architektonisch der Landschaft anpassen soll – Strotmann spricht von einem „grünen Theater“ – würde auf einer Fläche gebaut, auf der jetzt Äcker sind. Doch die Landwirte sind dem Vernehmen nach verkaufsbereit.

Der 46-Jährige, der in Leonberg aufgewachsen ist und jetzt mit seiner Familie in Weissach lebt, betreibt ein Zaubertheater in Stuttgart. Im Cannstatter Römerkastell gibt er nach eigenen Angaben 230 Shows im Jahr mit einer Auslastung von 90 Prozent.

70 000 Zuschauer im Jahr

In einem möglichen Leonberger Theater peilt Strotmann eine Umsatzverdoppelung an und rechnet allein schon wegen der Autobahn-Nähe mit 70 000 Zuschauern im Jahr, die selbst aus der Schweiz und aus Österreich nach Leonberg kommen würden.

Strotmann, der als junger Mann sein Betriebswirtschaftsstudium zugunsten der Magie aufgegeben und als Straßenkünstler angefangen hatte, ist für seine Close-Up-Magie überregional bekannt. Dabei wird das Publikum eng mit einbezogen. Finanzielle Unterstützung erwartet der Theaterchef nicht. Seine Projekte seien wirtschaftlich, versichert er. Mit ideeller Rückendeckung und Unterstützung beim Genehmigungsverfahren rechnet der Unternehmer aber schon. „Deshalb ist es uns auch so wichtig, dass wir die Zustimmung des Gemeinderats erhalten“, sagt Thorsten Strotmann. „Haben wir hier das Okay, können wir das Projekt vorantreiben.“ Und es zeichnet sich ab, dass der geschäftstüchtige Zauberer grünes Licht bekommt, wenn der Gemeinderat am 21. Mai final abstimmt.

Verständnis für die Kritiker

Zwar gab es kritische Stimmen, als Strotmann am späten Dienstagabend den Kommunalpolitikern hinter verschlossenen Türen sein Projekt vorgestellt hatte. Dass für das neue Theater auf Ackerland in den Riedwiesen am Stadtrand gebaut werden soll, stößt besonders den Grünen und Umweltschutzorganisationen auf. Auch dass unsere Zeitung über das Zaubertheater berichtet hatte, bevor der Rat offiziell informiert wurde, ärgerte einige offenbar. Doch die Mehrheit der Stadträte nahm die Pläne wohlwollend-interessiert auf, berichten Teilnehmer der Sitzung.

Demnach ist die Aussicht, eine Spielstätte mit überregionaler Strahlkraft zu bekommen, die Leonberg als Kulturstadt landesweit profilieren kann, gewichtiger als mögliche Einschnitte in die Landschaft. Thorsten Strotmann hat Verständnis für die Kritiker: „Dass bei solch einem Projekt viele Fragen gestellt werden, ist völlig in Ordnung. Dennoch brauchen wir jetzt ein grundlegendes Ja, um dann alle weiteren Details zu klären.“ Eine weitere Verschiebung bringe keine neuen Erkenntnisse.

Das sieht auch der Leonberger Oberbürgermeister Martin Kaufmann so: „Das Vorhaben ist für das Leonberger Kulturleben eine Bereicherung und bringt die Stadt nach vorne.“