ZDF-Mediatheken-Hit „Love Sucks“ Wie schmeckt Filmblut, Havana Joy?

Havana Joy Braun als Zelda Zoris und Damian Hardung als Ben von Greifenstein in „Love Sucks“ Foto: ZDF/Frank Dicks

In „Love Sucks“ spielt Havana Joy Braun eine Vampirjägerin, die sich in einen Vampir verliebt. Wir haben mit ihr über klebrige Säfte, „Buffy“ und die „Bravo“ gesprochen.

Freizeit & Unterhaltung : Gunther Reinhardt (gun)

Nie zuvor ist es dem ZDF gelungen, so viele junge Zuschauerinnen und Zuschauerinnen für sein Mediatheken-Angebot zu begeistern wie mit „Love Sucks“. Die ZDFneo-Originalserie ist eine Mischung aus „Buffy – Im Bann der Dämonen“, „Twilight“ und „Vampire Diaries“, aus Coming-of-Age-Drama, Lovestory und Fantasyspektakel. Havana Joy Braun ist in der Rolle der Vampirjägerin Zelda zu sehen, die sich in den Vampir Ben (Damian Hardung aus „Maxton Hall“) verliebt. Wir haben die 25-jährige Newcomerin zum Zoom-Interview getroffen.

 

Havana Joy, es gibt kaum eine Szene in „Love Sucks“, bei der Sie als Zelda nicht mit Blut beschmiert sind.

Stimmt total. Am Anfang fand ich dieses Kunstblut noch mega spannend und cool. Und ich finde, es sieht auch total geil aus. Aber es ist auch wahnsinnig klebrig. Und je kälter es draußen wird und desto mehr Wind kommt, umso ekliger wird es. Du spürst es einfach überall auf der Haut. Ich war dann schon immer sehr froh, nach Hause zu dürfen und duschen zu können.

Wonach schmeckt Kunstblut eigentlich?

Das Blut, mit dem ich vollgeschmiert wurde, schmeckte eigentlich nach gar nichts, irgendwie süßlich, sehr unangenehm. Das Blut, das die Vampire in der Serie trinken, gab es dagegen mit Geschmack – irgendwas Beeriges.

Abgesehen davon, dass man dann besser schmeckendes Kunstblut bekommt: Würden Sie gerne statt einer Vampirjägerin mal einen Vampir spielen?

Ich finde Vampire schon sehr spannend, weil die so etwas Animalisches haben.

Wie meinen Sie das?

Der Vampir ist dem Menschen gleichzeitig so nah und doch so fern. Die einen sind nachts und die anderen tags aktiv sind, sie scheinen ganz unterschiedliche Bedürfnisse zu haben und sind sich doch sehr ähnlich. Ich finde, Vampire sind in einem schönen Sinne wahnsinnig primitiv. Und ich glaube, viele Menschen würden gerne so sein wie Vampire, trauen sich aber nicht. Damit meine ich nicht das Blutsaugen und Töten, sondern diese exzessive Art zu leben.

Die Faszination an Vampiren hat auch damit zu tun, dass Vampire ewig leben können. Wären Sie selbst gerne unsterblich?

Auf gar keinen Fall, Ich finde das fürchterlich! Für mich liegt die Schönheit des Lebens in der Fragilität. Ich bin froh, dass das Leben einen Anfangspunkt, aber auch einen Endpunkt hat.

„Love Sucks“ erzählt nicht nur eine Fantasy-Story, sondern auch ein Familiendrama.

Was ich am aller spannendsten für meine Rolle als Zelda fand, war tatsächlich diese Familiendynamik: Wie fühlt es sich an, als junge Frau auf dem Rummel zu arbeiten, dein ganzes Leben dort verbracht zu haben, irgendwie auch für deinen Vater und Bruder verantwortlich zu sein? Was macht es mit dir, wenn Loyalität und Tradition schwer auf deinen Schultern lasten und deine Selbstentfaltung zu kurz kommt? Was mich am Drehbuch gereizt hat, war zu sehen, welche Entscheidungen Zelda trifft, welchen Weg sie geht, um sich von dieser Last der Familie zu befreien.

Zelda wirkt von Anfang an zerrissen.

Ja, zu Beginn der Serie treffen wir auf eine Zelda, die wahnsinnig tough ist, die funktionieren muss. Einfach, weil sie keine andere Wahl hat. Auf der anderen Seite ist sie aber, was ihre persönliche Entfaltung angeht, sehr unterdrückt. Sie ist jemanden, der weit davon entfernt ist, zu wissen, was sie möchte und wer sie ist. Ich habe das Gefühl, sie wartet, auf diesen einen Funken, der alles explodieren lässt und der sie endlich befreit.

Zelda verknallt sich dann in den Vampir Ben, der ihr gleich sagt: Das mit uns beiden ist keine gute Idee! Doch das ist ihr egal. Kennen Sie das von sich selbst, dass sie etwas machen, obwohl Sie ahnen, dass es wahrscheinlich böse enden wird?

Natürlich! Und wenn dann noch jemand sagt: Ich weiß es besser als du, mach das nicht, dann macht man es erst recht. Selbst dann, wenn man innerlich weiß, dass dieser Mensch recht hat. Aber man machte trotzdem selbst entscheiden und das Recht darauf haben, vielleicht auch zu scheitern.

Der Vampir und die Vampirjägerin: Damian Hardung und Havana Joy Braun Foto: ZDF/Frank Dicks

Die Liebe zwischen Zelda, der Vampirjägerin, und Ben, dem Vampir, erinnert auch ein bisschen „Buffy – Im Bann der Dämonen“.

Ich habe die Serie tatsächlich noch nie gesehen und sie mir auch bewusst nicht angeschaut, bevor wir „Love Sucks“ gedreht haben. Ich wollte auf keinen Fall etwas Kopierendes oder Nachahmendes mit in die Rolle nehmen, sondern meinen eigenen Groove finden.

Haben Sie stattdessen andere Vampirfilme oder -serien zur Vorbereitung geschaut?

Ja zum Beispiel die Serie „What We Do In The Shadows“ oder den Film „Near Dark“. Und „Blade“ habe ich auch gesehen.

In „Blade“ gibt es doch auch diese Szene mit einer Vampirparty, die ein bisschen an die in „Love Sucks“ erinnert?

Oh, ja! Die Szene mit den Sprinklern, aus denen das Blut rauskommt, ist so geil!

Sie spielen in „Love Sucks“ ihre erste große Rolle. Waren Actionszenen, wie die, als sie bei der Party gegen einen Vampir kämpfen, für Sie die größte Herausforderung?

Für mich war Sport immer schon sehr wichtig. Deshalb fühlte ich mich bei solchen körperlichen Szenen wohl. Da habe ich das Gefühl, dass ich gut funktioniere. Viel mehr Angst hatte ich vor den sehr emotionalen Szenen, die ich auch spielen musste. Da macht man sich ja irgendwie nackt.

Und stimmt es wirklich, dass sie Damian Hardung, der den Vampir Ben spielt, zuvor vor allem aus der „Bravo“ kannten?

Ich bin mit der „Bravo“ aufgewachsen. Jeden Mittwoch habe ich mir die geholt. Damian hat ja, als er noch sehr jung war, schon „Der Club der roten Bänder“ gemacht. Und in der „Bravo“ gab es dann immer wieder Artikel über ihn. Das war dann schon ein komisches Gefühl, als ich dann beim Casting auf ihn getroffen bin. Ich habe mir natürlich aber nichts anmerken lassen.

Havana Joy Braun und „Love Sucks“

Person
Die deutsch-türkische Schauspielerin Havana Joy Braun (geboren im Jahr 2000 in London) studiert an der Filmuni Babelsberg Konrad Wolf Schauspiel. In „Love Sucks“ hat sie ihre erste große Rolle.

Serie
Die ZDFneo-Serie „Love Sucks“ stammt von Marc O. Seng. Alle acht Episoden des Vampirdramas sind in der ZDF-Mediathek abrufbar. Ob es eine zweite Staffel geben wird, ist bisher nicht bekannt.

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