ZDF-Politbarometer Machtwechsel wird wahrscheinlicher

Von StZ, dpa 

Gut eine Woche vor der Landtagswahl liegt Rot-Grün laut dem ZDF-Politbarometer vorne. Und eine Mehrheit ist gegen Stuttgart 21.  

Stuttgart/Mainz - Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg kippt die Stimmung zum Milliardenprojekt Stuttgart 21. In einer Umfrage sprachen sich nur noch 37 Prozent der Befragten für den Umbau des Bahnhofs in eine unterirdische Durchgangsstation aus. 42 Prozent waren dagegen. Im Februar waren noch 43 Prozent dafür und nur 35 Prozent dagegen gewesen. Die Frage war Teil einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer, in der sich auch ein möglicher Regierungswechsel im Südwesten andeutete.

Laut Politbarometer verliert die CDU/FDP-Koalition nach der Atomkatastrophe in Japan an Boden. Grün-Rot liegt mit 47,5 Prozent deutlich vor Schwarz-Gelb (43 Prozent). Die Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen unter 1300 Wahlberechtigten ergab, dass die Grünen stärker als die SPD sind und damit erstmals den Ministerpräsidenten stellen könnten. Die CDU erreicht 38 Prozent, die Grünen 25, die SPD 22,5 und die FDP 5 Prozent. Die Linke würde mit 4,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Auch die ARD-Vorwahlumfrage sieht die seit 1996 im Südwesten regierende schwarz-gelbe Koalition auf dem absteigenden Ast. Nach der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen kommt die CDU auf 39, die FDP auf 5,5 Prozent. Die Grünen liegen bei 24 und die SPD bei 22 Prozent. Die Linke käme mit 4,5 Prozent nicht in den Landtag. Eine knappe Mehrheit der Baden-Württemberger von 50 Prozent ist für einen Regierungswechsel. 39 Prozent sind hingegen der Ansicht, dass CDU und FDP in Baden-Württemberg weiter regieren sollten.

Wenn die Baden-Württemberger ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten und Stefan Mappus (CDU) gegen Grünen-Landtagsfraktionschef Winfried Kretschmann antreten würde, kämen beide Kandidaten auf 39 Prozent der Stimmen. Im Falle einer Direktwahl zwischen Mappus und Nils Schmid (SPD) würden sich 37 Prozent für den Amtsinhaber Mappus und 39 Prozent für SPD-Landeschef Schmid entscheiden.