ZDF-Politsatire Zehn Gründe, warum wir uns auf die „Heute Show“ freuen

Von und Christian Pavlic 

An diesem Freitag kehrt die ZDF „Heute Show“ aus der Sommerpause zurück – rechtzeitig vor der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs. Wir haben zehn Gründe zusammengestellt, warum sich die Fans der Satire-Show nun wieder freuen können.

Oliver Welke moderiert seit Jahren die „Heute Show“ im ZDF. Foto: ZDF
Oliver Welke moderiert seit Jahren die „Heute Show“ im ZDF. Foto: ZDF

Stuttgart - Viele Zuschauer haben sie vermisst, nun hat die Zeit des Wartens ein Ende: An diesem Freitag strahlt das ZDF die erste Ausgabe seiner „Heute Show“ nach der Sommerpause aus. Um die Vorfreude auf die beliebte Satire-Show ein wenig zu steigern, haben wir zehn Gründe zusammengetragen, warum es sich lohnt, von 22.15 Uhr an die Flimmerkiste einzuschalten.

1. Oliver Welke spricht nicht mehr nur über Fußball.

Keine Frage, auch als Sportmoderator ist Oliver Welke überzeugend. Doch wenn der 51-Jährige in der Heute Show seine Brille zurechtrückt und ein fröhliches „So, Freunde“ in die Runde wirft, weiß man, dass es gleich lustig wird. Manchmal muss Welke sogar selbst ein Lachen unterdrücken – zum Beispiel, wenn Olaf Schubert mit todernster Miene irgendwelchen Nonsens verkündet. Dann senkt der Moderator den Kopf und hält sich unauffällig die Hand vor die zuckenden Mundwinkel. Das macht ihn nur umso sympathischer.

2. Gernot Hassknecht hasst so abgrundtief, dass man nach dessen Tiraden wieder ein wenig mehr Liebe in sein Leben lassen will.

Gernot Hassknecht ist die personifizierte Wut: Wild gestikulierend und laut brüllend ärgert er sich wahlweise über unfähige Politiker oder blöde Bürger. Dabei redet er sich so in Rage, dass sein Auftritt meistens mit dem ZDF-Testbild endet. Angesichts dessen möchte man einfach spontan den Partner, die Katze oder den Hund fest knuddeln, um wieder Liebe zu spüren – zur Not tut’s auch das Sofakissen.

3. Endlich wird „Bernd Höcke“ wieder bei seinem richtigen Namen genannt.

Wie heißt der AfD-Politiker jetzt eigentlich richtig? Björn oder Bernd? Weil Oliver Welke und Co. konsequent den falschen Vornamen benutzen, wenn sie über Höcke sprechen, ist die Verwirrung inzwischen so perfekt, dass kaum einer mehr weiß, dass der Mann wirklich Björn heißt.

4. Niemand sonst macht sich so schön über die FDP lustig.

Rainer Brüderles Ergüsse wurden konsequent mit unverständlichen Untertiteln versehen und im „FDP-(Web)-TV“ hat sich Oliver Welke sogar in ein pinkfarbenes T-Shirt geworfen: Keine Frage, über die Liberalen zieht der Moderator besonders gerne her – da kann noch nicht einmal die AfD mithalten. Schon der Gedanke daran, wie Welke die aktuelle Lindner-Kampagne auf den Arm nehmen wird, lässt Freude aufkommen.

5. Keiner crasht Partei-Veranstaltungen so kreativ wie Lutz van der Horst.

Lutz van der Horst schreckt vor nichts zurück – aus Mitleid ist er sogar in die SPD eingetreten. Seine Mimik, während er Teilnehmer von Parteitagen mit fiesen Fragen vorführt, ist unbezahlbar. Und wenn er in den Katakomben des Bundestagsgebäudes unterwegs ist und auf Politiker lauert – so wird es zumindest kolportiert – warnen sich diese gegenseitig mit Textnachrichten vor dem Journalisten.

6. Messerscharfe und knallharte Analysen mit einem Augenzwinkern.

Satire überzeichnet – aber sie hat auch immer einen wahren Kern. Ob Trump, Dieselskandal oder Altersarmut – die Macher der heute Show nehmen kein Blatt vor den Mund und bringen die Dinge knallhart auf den Punkt. Deswegen ist vielen Zuschauern nach dem ersten Lachen häufig eher zum Heulen zu Mute.

7. Freitags muss man nicht mehr feiern gehen, sondern kann gemütlich daheim auf dem Sofa bleiben.

Mal ehrlich: Der Sommer war zwar schön (wenn auch unter dem Strich ein wenig zu kurz) – doch es naht die Zeit, in der man es sich auf dem Sofa gemütlich machen, einen Tee trinken und herzlich lachen kann. Hierfür kommt die „Heute Show“ gerade recht. Und sollten Freunde oder Familie doch etwas unternehmen wollen oder eine Geburtstagsfeier geplant sein, bleibt immer noch die Option Mediathek – dann vielleicht am Samstagabend.

8. Auch und gerade während des ernsten Wahlkampfs wird es Zeit, wieder mehr zu lachen.

TV-Duell war gestern. Und während sich die Spitzenpolitiker in unzähligen Talkshows tummeln und ihre Argumente in einer gefühlt nie da gewesenen Ernsthaftigkeit austauschen, liefert die ZDF-Show einen sehr angenehmen Gegenpart: Wahlkampf kann und soll auch witzig sein und uns – wenn möglich – ein Lachen aufs Gesicht zaubern.

9. Endlich wieder witzige Zusammenschnitte aus Parlamentssitzungen und TV-Beiträgen.

Und zu einem großen Teil sind sie der Grund für unser lautes Lachen: Schnell, pointiert und auf den Punkt geschnittene Bild- und Tonfetzen aus diversen Nachrichtensendungen oder Parlamentssitzungen – mit viel Liebe und Sorgfalt erstellt von einem großen Team, dem auch pfiffige Studenten angehören, die wissen, was ankommt. Und worüber wir Zuschauer so herzlich lachen.

10. Rückkehr der besten deutschen Comedians und Kabarettisten

Zu guter Letzt wollen und dürfen wir die vielen Kabarettisten nicht vergessen, die die „Heute Show“ zu dem besonderen TV-Format machen, das wir über die Jahre in unsere Herzen geschlossen haben. Olaf Schubert, Ralf Kabelka, Carolin Kebekus, Sebastian Puffpaff – die Liste ließe sich vermutlich noch lange weiterführen. Ihre Gastauftritte und scharfen Pointen, häufig im Zusammenspiel mit einem zynischen Moderator Oliver Welke, sind das Salz in der Suppe und komplettieren das abwechslungsreiche Programm der „Heute Show“.