Zebra-BW in Freiburg Neue Beratungsstelle informiert über gefährliche Religion

Von red/dpa 

Esoterik, Okkultismus, Verschwörungstheorien: Vermeintliche Heilsbringer werben auch in Baden-Württemberg um Anhänger. Eine neue Beratungsstelle im Land soll unabhängig informieren.

Eine Wahrsagerin blickt auf der Esoterik-Messe in Stuttgart in eine Kristallkugel (Symbolbild) Foto: dpa/Sebastian Kahnert
Eine Wahrsagerin blickt auf der Esoterik-Messe in Stuttgart in eine Kristallkugel (Symbolbild) Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Freiburg - Eine neue Anlaufstelle soll die Bürger im Land besser über gefährliche religiös-weltanschauliche Angebote informieren. Die Zentrale Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen (Zebra-BW) in Freiburg wird vom Kultusministerium jährlich mit bis zu 181 000 Euro gefördert.

Bei der Beratungsstelle melden könnten sich beispielsweise Menschen, die Kontakt zu Scientology hatten. Die Gruppierung wird vom Südwest-Verfassungsschutz beobachtet, ihre Lehre führt laut Bundesfamilienministerium „häufig zu psychischer und finanzieller Abhängigkeit“. Scientology bezeichnet sich selbst als Kirche.

Die Leiterin der Beratungsstelle, Sarah Pohl, sagt: „Der Trend geht zur Patchwork-Esoterik.“ Über Bekannte oder Kurse, beispielsweise zur Persönlichkeitsbildung, rutschten Betroffene in die Szene ab.

Der Markt für Esoterik ist unübersichtlich

„Der Markt religiös-weltanschaulicher Angebote, Verschwörungstheorien sowie der Lebenshilfe- und Esoterikmarkt ist heute schnelllebiger als früher und wird zunehmend unübersichtlich“, teilte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) mit. Deshalb sei es nötig, die Öffentlichkeit stärker zu sensibilisieren und zu informieren.

Seit Mitte Februar können sich Mitglieder, Aussteiger, Angehörige und öffentliche Einrichtungen wie etwa Schulen an Zebra-BW wenden. Die Mitarbeiter - ein interdisziplinäres Team aus Psychologen, Pädagogen und Ethnologen - unterliegen der Schweigepflicht und bieten ihre Leistungen kostenfrei für Bürger aus Baden-Württemberg an.

Die neue Beratungsstelle kooperiert mit der interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sogenannter Sekten und Psychogruppen, die beim Kultusministerium angesiedelt ist.