Zehn Jahre Bundeskanzlerin Angela Merkel Mutter Teresa, Klimakanzlerin, Zuchtmeisterin

„Ich sagte vorwärts“ – Karikatur aus 2015. Foto: Luff 8 Bilder
„Ich sagte vorwärts“ – Karikatur aus 2015. Foto: Luff

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist alles andere als eine schillernde Figur. Doch ihr Regiment hat viele Facetten – von denen wir einige hier beleuchten.

Berliner Büro: Roland Pichler (rop)
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Berlin - Vor zehn Jahren gewann die CDU die Bundestagswahl – und läutete so den Beginn einer neuen Ära ein. Denn kurze Zeit später wurde Angela Merkel als erste Frau zu Bundeskanzlerin gekürt.

Auch zehn Jahre später hat sie dieses Amt noch inne. Merkel ist alles andere als eine schillernde Figur. Doch ihr Regiment hat viele Facetten – von denen wir einige hier beleuchten.

Sozialdemokratin im schwarzen Gewand

Als „natürlichen Koalitionspartner“ der Union sieht Angela Merkel noch immer die FDP – ungeachtet ihrer momentanen Randexistenz. Zumindest versicherte sie das beim letzten CDU-Parteitag. Merkel hat aber länger mit den Sozialdemokraten regiert als mit den Liberalen. Das färbte auf ihre politische Bilanz ab.

Abgesehen von einem satten Aufschlag auf die Mehrwertsteuer gleich zu Beginn ihrer Regentschaft und der Rente ab 67 (für die der SPD-Minister Müntefering geradestehen musste) hat Merkel auf soziale Einschnitte und neue Lasten verzichtet und eher eine Wohlfühlpolitik betrieben: Unter ihr wurde das Elterngeld erfunden und auch das Betreuungsgeld (was ohne ihr Betreiben jetzt wieder entfallen muss), das Kindergeld gleich fünfmal erhöht, die Mütterrente verbessert und die Rente mit 63 eingeführt. Zuletzt haben Bafög-Studenten von Aufschlägen profitiert. Kurz vor der Wahl 2013 hat sich die Merkel-CDU auch noch den Mindestlohn zu eigen gemacht – und das nicht bloß, um den Sozialdemokraten ein Reizthema abspenstig zu machen.

Unter den verdrossenen Ordnungspolitikern der Union machte deshalb recht schnell der Schmäh die Runde, Merkel sei „die erste SPD-Kanzlerin mit CDU-Parteibuch“. Sie hat von der SPD jedenfalls enorm profitiert. Merkel ist die eigentliche Nutznießerin der Sozialreformen, die ihren Vorgänger Gerhard Schröder letzten Endes das Amt gekostet haben. Schließlich kam ihr der rasche Wirtschaftsaufschwung nach dem Abklingen der Finanzkrise zugute – und der Umstand, dass die gemeinsam mit der SPD beschlossenen Kurzarbeiterregeln und Konjunkturprogramme das Schlimmste verhindert haben.




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