Zehn Jahre nach der NSU-Enttarnung Kundgebung am Schlossplatz erinnert an jenen 4. November

Eine Forderung bei der Demo: Ein „Weiter so“ darf es nicht geben. Foto: Lichtgut/Zweygarth 4 Bilder
Eine Forderung bei der Demo: Ein „Weiter so“ darf es nicht geben. Foto: Lichtgut/Zweygarth

Am Donnerstagabend findet in Stuttgart eine Kundgebung statt, die an die Selbstenttarnung der NSU vor zehn Jahren erinnert.

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Stuttgart - Auf einem Tisch stehen rote Trauerkerzen. Sie beleuchten und umrahmen ein großes Bild mit zehn Fotos. Sie zeigen die zehn Opfer, die von den NSU-Terroristen umgebracht worden sind und machen das Leiden der Toten und ihrer Familien ein Stück greifbarer.

„Mehr als zehn Jahre lang gab es Druck auf die Familien und Verwandte. Den Migrantinnen und Migranten wurde unterstellt, sie wüssten wer die Täter seien“, sagte Taner Özuysal von der Gruppe Aufstehen gegen Rassismus. Dabei seien Existenzen zerstört worden. Am 4. November 2011 haben sich die Mörder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in einem Wohnmobil in Eisenach nach einem missglückten Banküberfall gegenseitig erschossen. Es war der Tag der Selbstenttarnung. In der Folge wurde klar, dass die deutschen Sicherheitsbehörden über Jahre hinweg darin versagt hatten, vor rechtem Terror zu schützen.

Immer wieder bleiben Passanten stehen

Einige linke Gruppierungen erinnern deshalb bei einer Kundgebung am Schlossplatz und anschließender Demo an jenen 4. November. Rund 150 Menschen haben sich versammelt, immer wieder bleiben Passanten stehen und hören zu. Die Rednerinnen und Redner klagen an, dass das monumentale Behördenversagen bis heute nicht restlos aufgeklärt ist, und verurteilen die Blindheit der Gesellschaft.

Der NSU werden auch 43 Mordversuche, drei Sprengstoffattentate und 15 Raubüberfälle zur Last gelegt. Viele Untersuchungsausschüsse und ein fünf Jahre dauernder Prozess haben versucht, die Mordserie aufzuarbeiten. „Das Ausmaß dieses rechten Terrors ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt“, sagt Lukas Berg von der linken Gruppe Zusammen Kämpfen Stuttgart. Deshalb fordern die Demonstrierenden auf ihren Plakaten: „Ein ,Weiter so’ darf es nicht geben.“




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