Zeitung in der (Grund-)Schule: Auftakt im Pressehaus Rund 7000 Schüler bei Schulprojekten dabei

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Die Stuttgarter Zeitung geht wieder in die Schulen in der Region Stuttgart. Zum Auftakt der neuen Projekte in Grund- und weiterführenden Schulen haben sich rund 60 Lehrer informiert, was sie allen mit ihrer StZ und der Stuttgarter Kinderzeitung anstellen können. Lernen, wissen, basteln und sie besuchen – das alles ist möglich. Neu ist in diesem Jahr, dass alle Lehrer bereits vor dem Projekteinstieg einen Zugang zu ePaper bekommen, um es optimal im Unterricht einsetzen zu können.

Voll auf Zeitung eingestellt sind auch in diesem Jahr wieder nahezu 7000 Schüler in der Region, die bei „Zeitung in der Schule“ und „Zeitung in der Grundschule“ mitmachen. Foto: privat
Voll auf Zeitung eingestellt sind auch in diesem Jahr wieder nahezu 7000 Schüler in der Region, die bei „Zeitung in der Schule“ und „Zeitung in der Grundschule“ mitmachen. Foto: privat

Stuttgart - „Würden Sie wieder bei dem Projekt mitmachen?“ Diese Frage bekommen Lehrer, die bei den Medienprojekten der StZ mitmachen, gestellt. Und die Antwort? Rund 95 Prozent der Lehrer, die beim intensiven und sehr aufwendigen sechwöchigen Projekt „Zeitung in der Schule“ mitmachen, beantworten das mit ja. In der Grundschule ist die Begeisterung noch größer: mehr als 96 Prozent würden wieder teilnehmen. Denn das Projekt ist „ein Plus fürs Lesen“, sagte eine Lehrerin. „Der Kinderreporter Paul erklärt Sachverhalte wirklich gut und war oft ein Einstieg auch in schwierige Themen.“

Auch Themen wie Terror oder Angst finden Raum

Und die gab es im ersten Jahr bei „Zeitung in der Grundschule“ durchaus: am ersten Projekttag im November von einem Jahr berichtete die Stuttgarter Zeitung über die Attentate von Paris, für Dritt- und Viertklässler war das Kennenlernen der Tageszeitung also durchaus wuchtig. Ist das richtig: Dritt- und Viertklässler mit solchen Themen in der Zeitung zu konfrontieren? Darüber wurde auch im Auftaktseminar zum Grundschulprojekt am Dienstag diskutiert. „Unsere Welt ist nicht nur heil, sie kann gefährlich sein. Ich glaube, es ist nicht richtig, Kinder in Watte zu packen. Aber es ist wichtig, ihnen zu sagen, dass sie hier bei uns in einem geschützten Raum sind.“ Es seien lebendige Gespräche in der Klasse zustande gekommen. Und die Reaktion der Redaktion wurde gelobt: Kinderfragen zum Thema Paris-Attentate und Terror wurden am folgenden Tag in der Stuttgarter Zeitung beantwortet. Saskia Karbach vom Institut Promedia Maassen, das die Stuttgarter Zeitung medienpädagogisch unterstützt, sagte: „Es gibt kein Patentrezept im Umgang mit schwierigen Themen, aber wir alle begleiten die Schüler, geben Raum und letztlich Orientierung in diesen vielen Informationen.“

Digital, aber trotzdem mit journalistischer Qualität

Die „Großen“, also die Schüler, die bei Zisch mitmachen, haben meist selbst ein Smartphone und suchen sich ihre Informationsquellen selbst. Andrea Keßler vom Marketing der Stuttgarter Zeitung erläuterte, dass diese neue und junge Art des Medienkonsums eben auch für Verlage eine Herausforderung sei, der man begegnen müsse – aber nichts desto trotz mit gutem Journalismus. Das sei einer der Gründe, warum sich die Stuttgarter Zeitung seit 30 Jahren an den Schulen engagiere. Sie warb dafür, Zisch während der dreiwöchigen Projektphase in allen Fächern zu spielen, andere Lehrer einzubeziehen und für die Schüler eine tägliche Lesezeit zu ermöglichen.

Neu ist in diesem Jahr, dass alle Lehrer einen persönlichen Zugang zum ePaper der Stuttgarter Zeitung bekommen. Wie genau das funktioniert, demonstrierte am Montag André Kittelberger, Verkaufsleiter für den Bereich digitale Produkte. Sprich: wie erstelle ich meinen Login, wo finde ich was, und wie kann ich das ePaper nutzen. „Wenn Sie möchten, können Sie sich alle Kreis- und Lokalausgaben anschauen und damit im Unterricht arbeiten, das sind mehr als 150 Seiten täglich“, sagte er. Denn die digitale Ausgabe der Stuttgarter Zeitung ermöglicht den Blick über den Tellerrand der eigenen Ausgabe: Schüler aus dem Rems-Murr-Kreis können zum Beispiel lesen, was im Nachbarkreis Ludwigsburg Spannendes passiert und erhalten damit einen Einblick in die komplette Ausgabenstruktur.

An vielen Schulen im Land gibt es noch kein Wlan im Klassenzimmer, aber die Digitalisierung hat begonnen. Deshalb heißt Zisch auch weiter: der Schwerpunkt liegt auf dem Printprodukt, aber die digitale Welt wird betreten und erschlossen. Zum Beispiel gibt es im Arbeitsbuch für die weiterführenden Schulen einen Medienvergleich: Gezeigt wird, wie teilweise völlig unterschiedlich über den Tod des Fernsehmanns Peter Lustig im Printprodukt, online, auf Facebook oder Twitter berichtet wurde.

Besuche im Pressehaus und in den Schulen möglich

Natürlich gehört zu Zisch und zu Zigsch auch der Besuch der Redakteure in den Schulen oder umgekehrt, im Pressehaus. Die Druckstraße macht bei Kindern und Jugendlichen immer Eindruck, es rattert, rauscht und rumpelt. Und alles ist irgendwie gigantisch groß und schnell. Andrea Keßler: „Teilweise haben wir bis zu fünf Schülerführungen am Tag.“

Von 7. November an geht es los: das Dreiwochenprojekt Zisch beginnt dann. Bis zum nächsten Sommer gibt es insgesamt sechs Zeiträume – und im April eben das Sechswochenprojekt – an dem die weiterführenden Schulen die Stuttgarter Zeitung geliefert bekommen. Ende November kommen dann die Kleinen dran: „Zeitung in der Grundschule“ beginnt. Paul freut sich schon.