Für das Projekt „Zeitung in der Schule“ besuchen Redakteure Schulklassen im Rems-Murr-Kreis. Welche Fragen die Schüler stellen und welche Wünsche sie an die Zeitung haben, lesen Sie hier.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)

Wie entsteht eigentlich eine Zeitung? Ist der Beruf des Journalisten spannend? Was bedeuten die seltsamen, kursiv geschriebenen Buchstabenkürzel am Ende mancher Meldungen? Und dürfen Reporter wirklich über alles schreiben, was ihnen unter den Nägeln brennt? Solche und andere Fragen stellen sich junge Zeitungsleser oft – und in den vergangenen Tagen hatten Schüler aus Großerlach und Schorndorf die Gelegenheit, sie direkt an Zeitungsredakteure zu stellen. Isabelle Butschek und Phillip Weingand, beide sind Mitglieder unserer Redaktion in Fellbach, standen Kindern und Jugendlichen Rede und Antwort.

Bei den Grundschülern geht ohne das richtige Foto nichts

Die Viertklässler der Grundschule Großerlach lesen für das Projekt „Zeitung in der Schule“ derzeit täglich die Stuttgarter Zeitung, stellen die für sie interessantesten Artikel zusammen und beantworten Fragen zum Text. „Man muss doch gucken, was es für Neuigkeiten gibt“, unterstreicht eine der Schülerinnen die Wichtigkeit der Zeitung.

Ein weiterer, wichtiger Teil der journalistischen Arbeit steht ebenfalls im Fokus des Interesses: die Fotos. „Warum steht immer oben auf der Seite so ein großes Bild?“, wollen mehrere Schüler wissen. Und: Hat auf dem einen Foto wirklich der Fotograf den Finger auf der Linse gehabt? Gut, dass Gottfried Stoppel, ein Stammfotograf unserer Zeitung, mitgekommen ist und erklären kann, dass der unscharfe Bereich auf dem Porträtfoto ein Stuhl im Vordergrund ist und der Bildgestaltung dient.

Diese Themen sind den Kindern besonders wichtig:

Zum Schluss sind dann nicht mehr die Journalisten gefragt, sondern die jungen Leser. Welche Themenbereiche sie besonders interessieren? „Tiere“, antworten die meisten. Auch Blaulichtberichte stehen hoch im Kurs. „Mehr über den Klimawandel“, fordert ein Viertklässler, „Fossilien“ ein anderer.

Die Achtklässler der Rainbrunnenschule in Schorndorf haben die Zeitung ebenfalls vier Wochen lang gelesen. Zum Abschluss wollen sie viel über Ausbildung und Alltag eines Journalisten wissen. Redakteurin Isabelle Butschek wird gefragt, wie sie auf ihren Beruf gekommen ist und wie ihre Eltern auf den Jobwunsch reagiert haben. „Ist der Beruf gefährlich?“, will ein Schüler wissen. Nicht unbedingt im Remstal. Aber ein Blick auf die aktuelle Weltkarte zur Pressefreiheit zeigt, dass es in vielen Ländern sehr gefährlich sein kann, als Journalist zu arbeiten.

Wissen wollen die Schüler zudem, wie lange es braucht, einen Artikel zu schreiben und wie man es schafft, dass die Zeitung am frühen Morgen im Briefkasten liegt. Gedanken machen sich die Schüler auch über die Herstellung: „Wie viele Bäume braucht es für eine Zeitung?“, ist eine Frage. Tatsächlich keine, weil die Zeitung zu 100 Prozent aus Altpapier besteht.