Zeitung in der Schule: Gymnasium Rutesheim Nahrung als Nebensache

Von Hanna Landgraf und Ellen Wöhr 

Sage mir, was Du isst, und ich sage Dir, wer Du bist. Immer mehr wird die Nahrungsaufnahme zur Ersatzreligion. Vegetarisch und vegan sind schon fast alltägliche Ernährungsweisen. Es gibt aber stets neue Trends und Verrücktheiten, wie etwa flüssige Astronautennahrung – damit Essen keine Zeitverschwendung mehr ist.

Vegan ist einer der Trends bei jungen Leuten – gern aus in der gemeinsamen Wohnküche zelebriert. Foto: dpa
Vegan ist einer der Trends bei jungen Leuten – gern aus in der gemeinsamen Wohnküche zelebriert. Foto: dpa

Rutesheim - Beim Essen wird die Nahrungsaufnahme schon fast zu Nebensache. Viel interessanter ist heute, wie man sich über eine bewusst gewählte Ernährungsweise definiert und nach außen präsentiert. Vegan, Vegetarisch, Infinite Food, Regional, Bio – Begriffe/Wörter, die uns fast täglich und überall begegnen. Menschen wird es immer wichtiger zu wissen was in ihrem Essen steckt, oder wo es her kommt. Ernährung wird als Ersatzreligion angesehen. Veganismus setzt sich immer mehr durch. Es bedeutet die ethische Verantwortung gegenüber Tieren und Umwelt. Berichte und Artikel über Missstände in der Massentierhaltung haben viele Menschen über ihren Fleischkonsum nachdenken lassen. Fleisch wird zur Delikatesse und nicht mehr jeden Tag verzehrt. „Flexitarier“ ist die Bezeichnung dafür.

Topinambur und Mangold

Die Lebensmittelindustrie reagiert mit immer mehr Produkten, die als „vegan“ und „vegetarisch“ gekennzeichnet sind. Immer mehr Läden spezialisieren sich auf den Verkauf von alternativen Produkten und Lebensmitteln. Auch in jedem Supermarkt werden die entsprechenden Angebote immer größer. Alte Gemüsesorten wie Topinambur und Mangold sind wieder hoch im Kurs und bilden zu den allseits beliebten Sorten eine Abwechslung. Mit saisonalen und heimischen Obst und Gemüse wird in den heutigen Küchen wieder viel ausprobiert. Beliebt sind vor allem auch die sogenannten Food Trucks, die man immer häufiger in den Großstädten sieht. Dieser Trend ist aus Amerika zu uns herübergeschwappt, wo dieser schon länger Erfolg hat. Gerade in Gewerbegebieten, in denen es meist keine Gastronomie gibt, sind die Food Trucks für viele Angestellte eine willkommen Möglichkeit, Mittag zu essen.

Essen einfach trinken

Diesen Trend nennt man auch Infinite Food, das bedeutet nichts anderes als dass es immer und überall möglich ist etwas zu Essen. Ein weiterer neuer Trend aus den USA ist der sogenannte Minimalismus. Das bedeutet nur flüssige Nahrung zu sich zu nehmen und trotzdem mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt zu werden. Die Idee dahinter ist sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren und sich nicht mit der Zubereitung von Essen zu beschäftigen. Die Drinks muss man nicht mal selber zubereiten. Sie werden einfach bestellt und nach Hause geliefert. Diese Art von Ernährung scheint sehr beliebt zu sein, da es immer mehr Anbieter gibt die flüssige „Astronautennahrung“ verkaufen. Diese Trends sind vor allem in den Sozialen Netzwerken präsent und werden daher meist von jungen Leuten ausprobiert und weiter entwickelt.