Stuttgart 1942 So sahen Anzeigenmotive im Jahr 1942 aus

„Nach Kriegsende in allen Fachgeschäften wieder erhältlich“: der „Fön“ von Sanitas. Weitere Anzeigen mit Aufruf zum Verzicht aus 1942 zeigt die Fotogalerie. Foto: Archiv/Plavec 15 Bilder
„Nach Kriegsende in allen Fachgeschäften wieder erhältlich“: der „Fön“ von Sanitas. Weitere Anzeigen mit Aufruf zum Verzicht aus 1942 zeigt die Fotogalerie. Foto: Archiv/Plavec

Derzeit sind etliche Waren knapp. Das war vor 80 Jahren ähnlich, wenn auch aus ganz anderen Gründen. Ein Blick in die Anzeigenspalten des Jahres 1942 zeigt zudem viele bis heute bekannte Marken.

Digital Unit: Jan Georg Plavec (jgp)
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Stuttgart - Kriegsbedingt ist im Jahr 1942 so manches knapp – Drogerieartikel ebenso wie Technikprodukte. Dennoch sind die Werbespalten gut gefüllt, auch und ausgerechnet von Herstellern entsprechender Waren. Für Kleidung wird dagegen so gut wie gar nicht geworben, weil sie längst über die „Reichskleiderkarte“ rationiert ist. Bemerkenswert ist allerdings die Offenheit, mit der die Werbetreibenden den Mangel in den Anzeigenspalten thematisieren. Totschweigen ließ er sich offenkundig nicht. Die Werbung aus diesem Jahr sagt uns also auch etwas darüber, wie der Alltag der Bevölkerung aussah.

Wir haben uns im Archiv Ausgaben des Stuttgarter „Tagblatt“ sowie der Zeitschrift „Elegante Welt“ angesehen – also einer örtlichen Tageszeitung sowie einer für ein kaufkräftiges, weibliches Publikum abzielenden Lifestyle-Zeitschrift. Über das von Propaganda geprägte journalistische Umfeld der Anzeigen soll es hier nicht gehen, sondern um die Gestaltung der Anzeigen und die vielen bis heute bekannten Marken, für deren Produkte (oder baldige Wiederverfügbarkeit) geworben wurde.

„Immer denken: Die Hälfte genügt auch!“, textete die Werbeabteilung der Zahpastamarke Kaliklora 1942 in ihre Zeitungsannonce. Das mutet reichlich seltsam an, schließlich soll Werbung ja üblicherweise dazu führen, dass mehr von einem Produkt verbraucht wird und nicht weniger. Aber es waren eben schwierige Zeiten, und auch die Werbung war im Dritten Reich bekanntlich politisch.

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Dazu gehörte auch, Zuversicht zu verbreiten. Dass der von der Firma Sanitas seit 1909 vertriebene und „Fön“ genannte elektrische Haartrockner „nach Kriegsende in allen Fachgeschäften wieder erhältlich“ sein würde, stimmte zwar – doch die Umstände waren sicherlich ganz andere, als man sich 1942 vorstellen wollte oder konnte. Definitiv nicht eingetreten ist der Wunsch (beziehungsweise Befehl) einer Anzeige der Deutschen Reichsbahn: „Erst siegen – dann reisen!“

In der Bildergalerie zeigen wir einige Anzeigenmotive aus dem Jahr 1942. Weitere Motive sowie zahlreiche Fotos aus Stuttgart 1942 und Beiträge zu diesem Jahr finden Sie in unserem „Stuttgart 1942“-Magazin (erhältlich bei shop711.de) sowie auf der Projektwebsite.




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