InterviewZeitzeugen: Andreas Beck über die Nullerjahre in Stuttgart In der Kolchose wiedergefunden

Wochenendbeilage : Ingmar Volkmann (ivo)
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Sie waren im Herzen in den Nullerjahren also Teil der Kolchose, dem prägenden Hip-Hop-Zusammenschluss aus Stuttgart.
Ich habe mich in der Musik auf jeden Fall wiedergefunden in dieser Phase.
Andreas Beck (r.) beim Training mit Mesut Özil. Foto: dpa
Wie sind Sie denn mit der Musik in Berührung gekommen?
Durch einen Kumpel aus Wasseralfingen. Dessen größerer Bruder war ein Hip-Hop-Nerd, hat Graffiti gesprüht, er hat uns sehr beeinflusst. Da bin ich zum ersten Mal mit der „Quadratur des Kreises“ von Freundeskreis in Berührung gekommen. Oder mit der Band Doppelkopf, von denen gibt es ein Lied, das mir heute noch nachhängt. Mit Massive Töne natürlich. Die anderen Jungs haben dann irgendwann angefangen zu kiffen. Das war für mich aber nie ein Thema.
Das hätte sich auch leicht mit Ihrer Fußballer-Karriere gebissen.
Zu der Jugendkultur hat das aber dazugehört. Wenn wir zum Beispiel bei einem Creutzfeld-und-Jakob-Konzert in Schwäbisch Gmünd waren oder später bei den Hip-Hop-Open und neben uns wurde gekifft, habe ich zu den Jungs immer gesagt, „hey, lange kann ich hier nicht stehen im Rauch“. Bei uns gab es ja damals schon Doping-Kontrollen. Auch das waren die Nullerjahre für mich, immer zwischen den Stühlen. Gehst du jetzt aus, obwohl du weißt, dass du am nächsten Tag ein Spiel hast?
Haben Sie sich in den Nullerjahren denn manchmal gefragt, wie es für Sie gelaufen wäre, wenn Ihre Eltern nicht nach Deutschland ausgewandert wären?
Nein, mit solch hypothetischen Fragen, mit dem „was wäre wenn“ tue ich mich sehr schwer. Ich bin unfassbar dankbar dafür, dass ich so von meinen Eltern unterstützt wurde, dass sie bei der Schule manchmal ein Auge zugedrückt haben, damit ich meiner Leidenschaft, dem Sport, hinterher jagen konnte. Viele Eltern halten ihre Kinder fest, und dann ist der Zug abgefahren.




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