Zentrum für politische Schönheit Juden kritisieren “Gedenkstätte“ vor Reichstag

Von red/epd 

Die neue Aktion des „Zentrums für politische Schönheit“ nahe dem Berliner Reichstagsgebäude mit Asche und anderen menschlichen Überresten von ermordeten NS-Opfern stößt auf Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) hatte am Montag in der Nähe von Bundestag und Kanzleramt eine temporäre Gedenkstätte für NS-Opfer errichtet. Foto: dpa/Christophe Gateau
Die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) hatte am Montag in der Nähe von Bundestag und Kanzleramt eine temporäre Gedenkstätte für NS-Opfer errichtet. Foto: dpa/Christophe Gateau

Berlin - Aus jüdischer Sicht sei die Aktion problematisch, weil sie gegen das jüdische Religionsgesetz der Totenruhe verstößt, teilte der Zentralrat am Dienstag auf Twitter mit: „Sollte es sich tatsächlich um Asche von Schoa-Opfern handeln, dann wurde die Totenruhe gestört.“

Die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) hatte am Montag in der Nähe von Bundestag und Kanzleramt eine temporäre Gedenkstätte für NS-Opfer errichtet. Mit der Aktion unter dem Titel „Suchet nach uns!“ will die Gruppe vor einer Zusammenarbeit der Union mit der AfD warnen.

Kunst-Aktion in der Kritik

Laut ZPS wurden dafür mehr als 200 Bodenproben an 23 Orten in Deutschland, Polen und der Ukraine, an denen Nazis Massenmorde begingen, zusammengetragen. Laboruntersuchungen hätten in mehr als 70 Prozent Hinweise auf menschliche Überreste gegeben.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Uwe Becker, nannte die Aktion „völlig geschmacklos“ und forderte ihren sofortigen Abbau. Das ZPS ist für umstrittene Kunstaktionen bekannt. Im Herbst 2017 hatte die Gruppe mit dem Nachbau des Holocaust-Mahnmals auf einem Nachbargrundstück von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke auf sich aufmerksam gemacht.




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