Zeppelin in Böblingen Chefs von rumänischen Praktikanten „positiv überrascht“
Rumänische Berufsschüler sind zu Gast bei Zeppelin Baumaschinen in Böblingen. Dort werden Servicetechniker dringend gesucht.
Rumänische Berufsschüler sind zu Gast bei Zeppelin Baumaschinen in Böblingen. Dort werden Servicetechniker dringend gesucht.
Sieben rumänische Berufsschüler machen derzeit ein zweiwöchiges Praktikum bei der Firma Zeppelin Baumaschinen auf der Böblinger Hulb und gewinnen dabei Einblicke in das Arbeitsumfeld von Land- und Baumaschinenmechatronikern. Ziel des Unternehmens ist es, so viele der jungen Leute wie möglich für eine zukünftige Mitarbeit in der Böblinger Niederlassung zu begeistern. „Wir sind sehr positiv überrascht“, sagt Philip Wolters, Geschäftsführer Personal bei Zeppelin, über den bisherigen Verlauf dieses ganz besonderen Schnupperpraktikums.
Der Fachkräftemangel mache sich deutlich in der Bau- und Baumaschinenbranche bemerkbar. „Uns fehlen Leute überall“, so Holger Winter, Leiter des Service-Zentrums Baden-Württemberg bei Zeppelin. Mehr als 11 000 Mitarbeiter in 26 Ländern beschäftigt Zeppelin insgesamt, 825 davon sind als Service-Techniker in Deutschland im Einsatz. 1000 sei das Ziel bis zum Jahr 2030, verrät Philip Wolters. „Wir tun alles, um weitere Servicetechniker zu finden“, unterstreicht der Zeppelin-Personalgeschäftsführer.
Umso wichtiger ist es, dem Nachwuchs rechtzeitig Berufsperspektiven zu bieten. Vor diesem Hintergrund nahm die Zeppelin Baumaschinen GmbH am Projekt zur europäischen Zusammenarbeit mit Berufsschulen – konkret mit der LTSA – Liceul Tehnologic de Științe Aplicate, dem Technologischen Gymnasium für Angewandte Wissenschaften aus Arad, Rumänien – teil.
Sieben Berufsschulabsolventen hatten die Möglichkeit, die Zeppelin Niederlassung Böblingen als potenziellen Arbeitgeber kennenzulernen und in einem zweiwöchigen Bewerbungspraktikum ihr Können unter Beweis zu stellen. Ob in der Werkstatt bei der Getriebereparatur, in Schlosserei oder Lackiererei – unter Anleitung erfahrener Gesellen rotierten die Gäste durch die verschiedenen Bereiche des Böblinger Betriebs.
„Werkstatt statt Klassenzimmer“ ist ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit EUContact zur länderübergreifenden Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung. Junge Leute aus strukturschwachen europäischen Regionen erhalten so die Möglichkeit, vor allem Jobs im nicht akademischen Bereich in Deutschland kennenzulernen und so auch dem hiesigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Damit fallen viele Hürden weg, auf die auch die Firma Zeppelin bei außereuropäischen Bewerbern schon gestoßen ist. „Es gibt kulturelle Nähe“, fügen Sorana Rita Taran und Michael Zehner von EUContact als weiteren Vorteil einer solchen Kooperation an. Sprachbarrieren gibt es bei Zeppelin in Böblingen keine, da auch Service-Leiter Holger Winter rumänische Wurzeln hat.
Die jungen Leute selbst sind begeistert. Alle sieben können sich gut vorstellen nach Abschluss ihrer Berufsschule im Sommer ihren beruflichen Werdegang bei der einst aus dem Luftschiffbau hervorgegangen Firma zu beginnen.