Zerstörungsfahrt in Blumberg Baggerfahrer spricht erstmals über Ausraster – und Konsequenzen

Fast sämtliche Balkone sowie mehrere Fenster wurden bei dem Neubau zerstört. Foto: Opitz
Fast sämtliche Balkone sowie mehrere Fenster wurden bei dem Neubau zerstört. Foto: Opitz

Der Fahrer von Blumberg, Matija P., äußerte sich erstmals zu seiner Tat. Er bereue die Zerstörungsfahrt, sehe ein einen Fehler gemacht zu haben, und beharrt auf dem Vorwurf nicht erhaltener Zahlungen.

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Blumberg - Am Mittwoch vorige Woche hatte ein Bauunternehmer aus Wut über vermeintlich unbezahlte Rechnungen mit einem eigens für die Aktion gemieteten Bagger einen frisch fertig gestellten Neubau in Blumberg demoliert. Nun hat sich der Fahrer gegenüber der Schweizer Zeitung "Blick" erstmals geäußert.

"Aus purer Verzweiflung gehandelt"

Matija P. meint zu den Handlungsmotiven, er habe "aus purer Verzweiflung gehandelt. Es war eine Art Hilfeschrei. Ich konnte nicht anders". Aufgrund der für ihn schwierigen Zahlungsverhältnisse – nach eigenen Angaben wurden ihm offene Rechnungenszahlungen vorenthalten – habe er "Panik bekommen und nur noch rot gesehen". Laut der Schilderungen im "Blick" belaufe sich die Summe der ausstehenden Forderungen auf "insgesamt 2,5 Millionen Euro".

Die Rechnungen verteilen sich nicht nur auf den nun demolierten Bau in der Vogtgasse, sondern auch auf das Pflegeheim in Blumberg, wo er noch auf "mehr als eine Million Euro" warte. Die Verpflichtungen, seine "Lieferanten, Angestellten und die Steuer bezahlen" zu müssen, seien ihm unter der Last zu groß geworden, erklärt der Vater zweier Kinder. Den Baubetrieb weiter aufrecht zu erhalten "hätte mich doch wieder Geld gekostet", so Matija P.. "Ich bin ich in den Bagger gestiegen und habe das zerstört, was ich selber aufgebaut habe", erklärt er seine für ihn selbst paradox erscheinende Handlungsweise.

Der Bauunternehmer aus der Pfalz, der sich nach der Zerstörungsfahrt der Polizei gestellt hatte, sehe einen Fehler gemacht zu haben, heißt es weiter im "Blick". "Es war natürlich falsch, was ich gemacht habe", wird er entsprechend zitiert.

Baggerfahrer entschuldigt sich

Die Tat habe auf dem schwierigen Zahlungsverhalten mit des Bauherrn gefußt: "Warum hätte ich dann so etwas machen sollen? Einen Bagger mieten und das Haus kaputt machen, wenn doch alles angeblich in Ordnung ist?"

Sein Bereuen der Tat drückt der Bauunternehmer auch gegenüber den zukünftigen Mietern aus: "Ich möchte mich besonders bei den Mietern entschuldigen, die unter der Sache leiden. Es tut mir leid."

Der Auftraggeber Ingo Fangerow, Geschäftsführer der Bauträgergesellschaft Blumberger Sonnenblick Grundwert GmbH mit Sitz in Berlin, erklärte unmittelbar nach dem Vorfall, dass keine offenen Rechnungen bestanden hätten. Dem Fahrer drohe nun nach Angaben des "Blick" eine Haftstrafe.

Rückblick zum Vorfall: Am Abend des Mittwoch vergangener Woche riss P. mit der Schaufel eines Bagger-Fahrzeuges fast sämtlich Balkone an dem Neubau in der Blumberger Vogtgasse ab und zerstörte mehrere Fenster. Ein Schaden von schätzungsweise 500 000 Euro entstand laut Polizeiangaben. Das Video, welches den Täter bei der Zerstörungsfahrt zeigt, verbreitete sich überregional.

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